Hüttenübernachtung mit Kindern: Planung, Vorbereitung, Packliste & Tipps

Hüttenübernachtung mit Kindern: Planung, Vorbereitung, Packliste & Tipps

Eine Hüttenübernachtung mit Kindern ist ein ganz besonderes Abenteuer. Auf einer Berghütte zu übernachten ist ein Erlebnis, das Kinder so schnell nicht wieder vergessen werden. Vielleicht wird hier sogar der Grundstein für eine lebenslange Wanderbegeisterung gelegt, zumindest hoffe ich das. Ich selbst liebe Hüttenübernachtungen: Sonnenuntergänge in den Bergen sind für mich magische Momente und die Ruhe, wenn die letzten Tageswanderer nach Hause gehen und die Natur in den Bergen noch friedlicher erscheint, ist unbeschreiblich erholsam.

In diesem Blogbeitrag habe ich alle meine Tipps zum Thema Hüttenübernachtung mit Kindern für Dich zusammengefasst. Darin werden ganz viele Fragen, die mich vor allem über meinen Instagram Kanal zu diesem Thema erreichen, beantwortet. Viel Spaß beim Lesen und Planen.


Abendstimmung Priener Hütte Chiemgauer Alpen

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Hüttenübernachtung mit Kindern: Inhaltsverzeichnis

  1. Planung & Vorbereitung
    1. Die passende Hütte finden
    2. Wanderführer und interessante Links
    3. Plane und reserviere langfristig
    4. Ab welchem Alter?
    5. Wie viele Tage bzw. Nächte?
    6. Ausrüstung & Packliste
  2. Wie gut schlafen Kinder auf einer Hütte?
  3. Unterwegs: Wie motiviere ich die Kinder zum Wandern?
  4. Auf der Hütte
    1. 4 Tipps für einen entspannten Hüttenaufenthalt mit Kindern
    2. Nützliche Infos & Tipps für eine Hüttenübernachtung mit Kindern
  5. Unsere bisherigen Hüttenübernachtungen mit Kindern
    1. Priener Hütte
    2. Obere Firstalm am Spitzingsee
    3. Stie-Alm im Brauneck-Wandergebiet
    4. Straubinger Haus Tirol in den Chiemgauer Alpen
  6. Mein Fazit

Dein Vertrauen ist mir sehr wichtig: Dieser Artikel enthält Werbung für LOWA, da er in Zusammenarbeit mit diesem Kooperationspartner entstanden ist. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst Du hier nachlesen.


Hüttenübernachtung mit Kindern: Planung & Vorbereitung

Meine große Tochter hat bereits kurz nach ihrem zweiten Geburtstag auf ihrer ersten Hütte übernachtet. Seitdem planen wir jedes Jahr mehrere Hüttenübernachtungen mit unseren Kindern (mittlerweile sind es zwei) fest in unsere Urlaubsplanung ein. Meine Töchter genießen es, mittendrin zu sein in den Bergen, so lange aufzubleiben, bis die Sonne untergeht und abends vor der Hütte an der frischen Luft zu toben. Es ist unglaublich, wie viel Energie Kinder nach einem Wandertag noch haben. Sie lassen sich das Hüttenessen schmecken und finden es witzig, wenn wir alle zusammen in Stockbetten übernachten.

Wie findest Du passende Hütten für eine Hüttenübernachtung mit Kindern?

Für die Wahl der Hütten sind in meinen Augen zwei Faktoren wichtig: Lage und Ausstattung

Die Lage der Hütte

Stelle Dir die Frage: „Wie gut können wir die Hütte erreichen?“ Der Wanderweg zu der Hütte sollte dem Können deines Kindes entsprechen. Schaue Dir den Weg bzw. die Beschreibung vorher genau an. Einfache Wege, sprich breite Forstwege und Zufahrtstraßen, sind für Kinder unendlich langweilig. Jeder Höhenmeter ist hier eine Qual und ein Motivations-Marathon für uns Eltern.

Wie bei jeder Wanderung mit Kindern besteht die besondere Herausforderung darin, einen Wanderweg zu finden, der nicht langweilig ist, der aber auch dem Sicherheitsbedürfniss der Eltern und dem Können der Kinder entspricht.

Läuft Dein Kind noch nicht selbst, dann solltest Du in der Lage sein, es über längere Strecken zu tragen, denn das Wandern mit Tragerucksack* und Gepäck für eine Hüttenübernachtung ist auch für Erwachsene eine körperlich ungewohnt hohe Belastung. Bedenke auch (wie bei jeder Wanderung mit Kindern), dass Du für einen Wanderweg mehr Zeit als angegeben einplanst.

Wanderung Straubinger Haus mit Kindern

Die Ausstattung der Hütte

Viele Hütten sind auf Kinder als Übernachtungsgäste eingestellt. Es gibt Hütten mit Spielplätzen, mit Haustieren und mit einem Streichelzoo, mit Barfußpfaden, mit Kräutergärten und vielem mehr. Das ist großartig für Kindern und darauf können sie sich schon während einer Wanderung freuen. Für mich persönlich sind das allerdings keine entscheidenden Auswahlkriterien, denn auch ohne diese zusätzlichen Erlebnisse hat jede Hütte etwas Besonderes für Kinder zu bieten. Da reichen schon ein Brunnen, Steine oder die Almtiere rund um die Hütte.

Bei einer Hüttenübernachtung mit Kindern achte ich darauf, dass die Hütte Zimmerlager hat, denn mit meinen Kindern (aktuell 1 und 4 Jahre alt) möchte ich nicht in einem Matratzenlager schlafen. Zimmerlager sind Zimmer mit in der Regel 2 bis 5 Betten, die Du als Familie für Dich reservieren kannst. Meist handelt es sich um Zimmer mit Stockbetten.

Kaisertal Wandern mit Kindern

Wanderführer und interessante Links

Die folgenden Links helfen Dir, eine geeignete Hütte zu finden, wenn Du gar nicht weißt, wo Du mit der Suche anfangen sollst:

Hüttenübernachtung mit Kindern: Plane und reserviere langfristig

Spontan am Wochenende auf einer Hütte zu übernachten ist selten möglich, denn die Hütten sind mittlerweile lange im Voraus ausgebucht. Sobald die Hütten ihre Saisonzeiten festlegen und mit den Reservierungen starten, in der Regel im Winter bzw. im Frühjahr, solltest Du nicht zu lange warten und die Hütten für Deine geplante Hüttenwanderung mit Kindern reservieren. Es gibt auch Hütten, die ganzjährig geöffnet sind und auf denen auch im Winter eine Übernachtung möglich ist.

Manchmal hat man aber auch Glück und ergattert relativ spontan Übernachtungsplätze. Das ist uns schon auf dem Brünnsteinhaus und dem Stripsenjochhaus passiert.

Hüttenwanderung mit Kindern: Ab welchem Alter?

Du kannst mit einem Kind in jedem Alter auf einer Hütte übernachten, auch mit einem Baby.

Hüttenübernachtung mit Baby: Mit unserer zweiten Tochter haben wir auf einer Hütte übernachtet, da war sie 3 Monate alt (und es gab einen spontanen Wintereinbruch – siehe Foto). Sie war ein überwiegend entspanntes Baby, das gut einschlafen konnte und auch nachts sehr ruhig war. Das nächste Mal war sie etwas über ein Jahr alt und ich ein wenig aufgeregter, da das nächtliche Stillen wegfiel und die Zähne im Anmarsch waren. Es hat dennoch wunderbar funktioniert.

Hüttenübernachtung mit Kleinkind: Ab einem Alter von zwei Jahren finde ich Hüttenübernachtungen mit Kindern ein echtes Familienabenteuer. Den während sich Babys dort wohlfühlen, wo wir Eltern sind, egal ob auf einer Almwiese oder auf der Wiese im Stadtpark, werden Wanderungen mit Kindern ab ca. 2 Jahren auch für die Kinder spannend.

Hüttenübernachtung mit Kindern: Seit meine Tochter 3,5 Jahre alt ist, wandert sie selbst und wir haben für sie keinen Tragerucksack mehr dabei. Seither machen Hüttenwanderungen richtig viel Spaß und meine Tochter liebt diese Tage und Nächte in den Bergen.

Hüttenwanderung Kaisertal mit Kindern

Hüttenübernachtung mit Kindern: Wie viele Tage bzw. Nächte?

Wie viele Tage bzw. Nächte Du auf einer Hütte übernachtest, hängt davon ab, wie weit Dein Kind mehrere Tage am Stück wandern kann. Wir haben uns zunächst dafür entschieden für mehrere Nächte auf einer Hütte zu schlafen, statt von Hütte zu Hütte zu wandern. An eine Hüttentour von 4 Tagen/3 Nächten haben wir uns erst rangetraut, als meine große Tochter fünf Jahre alt war.

  • Eine Nacht: Eine Nacht auf einer Hütte ist eine grandiose Kurz-Auszeit, vorausgesetzt, Du wohnt in der Nähe der Berge.
  • Zwei Nächte: Zwei Nächte sind eine großartige Möglichkeit, einen ganzen Tag in den Bergen zu verbringen und die Wanderwege rund um die Hütte zu erkunden.
  • Drei Nächte: Drei Nächte sind schon ein richtiger kleiner Wanderurlaub, denn insgesamt werdet ihr vier Tage wandern.

Hüttenübernachtung mit Kindern: Ausrüstung & Packliste

Die Hütten sind gebucht und das Wetter passt? Dann schnell den Rucksack gepackt und los geht´s. Klingt unkompliziert? Ist es auch. Das Packen für eine Hüttenübernachtung mit Kindern sollte bei Dir keine nervösen Schweißausbrüche auslösen.

Eine komplette Packliste würden den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Eine übersichtliche Zusammenstellung findest Du deshalb hier: Unsere erprobte Packliste für Mehrtagestouren.

Rucksack für Erwachsene: Bisher haben wir es immer geschafft, das komplette Gepäck (inkl. Windeln) für eine Hüttenübernachtung mit Kindern in in meinen Tatonka Tourenrucksack (Modell Pyrox 40+10 Women*) und in dem Gepäckfach unserer Kraxe* zu verstauen. Seid wir keinen Tragerucksack mehr brauchen, wird das Packen immer einfacher.

Rucksäcke für Kinder: Eine wirkliche Hilfe beim Tragen des Wandergepäcks kannst Du erst ab einem Alter von ca. 9 Jahren erwarten. Kleine Kinder sollten über einen längeren Zeitraum maximal 10% ihres eigenen Körpergewichts tragen. Meine Tochter hat bei der Tour das Wandern mit ihrem Kinderrucksack von Tatonka (Modell Husky Bag JR 10*) ab und zu ausprobiert. Sie hatte drei Müsli-Riegel, zwei Pixi-Bücher und ihre Hausschuhe darin. Mittlerweile ist sie in der Grundschule und trägt ihren eigenen Wanderrucksack, den Kinderrucksack Wokin von Tatonka*.

Tatonka Kinderrucksack Wokin 15L
  • GERÄUMIG: Wander- und Trekkingrucksack mit 15 Liter Fassungsvermögen. Für Kinder ab 6 Jahren
  • SICHER: Reflektierende Sicherheitsstreifen auf der Vorderseite und den Schulterträgern sorgen für gute Sichtbarkeit in der Dämmerung und im Straßenverkehr
  • INKLUSIVE Sitzkissen für trockene und warme Sitzgelegenheiten und Namensschild

Funktionelle Kleidung: Auch kleine Kinder brauchen schon funktionelle Kleidung. In meinen Augen ist ein Regen- und Kälteschutz in Form einer funktionellen Jacke* beim Wandern unerlässlich. Gerade bei einer Hüttenwanderung von mehreren Tagen hast Du großes Glück, wenn es durchweg sonnig ist. Es ist wichtig, die Kinder vor Nässe und Unterkühlung zu schützen. Eine Mütze und Sonnencreme dürfen im Gepäck ebenfalls nicht fehlen.

Hüttenwanderung mit Kindern

Hüttenschuhe & Schlafsäcke für Kinder: Ich benutze meine Barfußschuhe als Hüttenschuhe, meine Kinder ihre Hausschuhe*. Für meine kleine Tochter (mittlerweile fünf Jahre) nehmen wir als Hüttenschlafsack einen Schlummersack* mit. Das ist ein Schlafsack mit Füßen, der ziemlich lange passt. Vom Gewicht und Volumen ist das nicht optimal, aber für uns dennoch die beste Lösung. Mit unseren anderen Hüttenschlafsäcken bin ich bisher leider nicht zufrieden.

Von meinen Leser*innen habe ich folgenden Tipp bekommen:

Silkini® – Seidenschlafsack aus 100% Naturseide, Hüttenschlafsack, Inlett, Sommerschlafsack aus echter Seide, blau
  • Ultra-leichter Sommer-schlafsack aus 100% Naturseide
  • Temperaturausgleichende Wirkung: ideal als Huetten-schlafsack oder Reise-schlafsack
  • auch als Schlafsack-Inlay zu geeignet
  • Seiden-schlafsack mit integriertem Kopfkissenbezug
  • Leicht-er Mini-schlafsack

Wanderschuhe für eine Hüttenübernachtung mit Kindern

Mein Schuhtipp für Kinder: Innox Evo GTX QC Junior. Unsere Tochter wandert mit dem Innox Evo GTX QC Junior von Lowa. Sie liebt diesen Schuh, denn mit der griffigen Sohle hat sie überall guten Halt und die wasserdichte GORE-TEX-Membran sorgt dafür, dass ihre Füße trocken bleiben und wir Eltern keine Schweißausbrüche bekommen, wenn die nächste Pfütze in Sicht ist. Nichts ist schlimmer, als lange Strecken mit nassen Füßen wandern zu müssen. Für ein Kind ist es aber genauso schlimm, die nächste Pfütze links liegen zu lassen. Der Schuh ist sehr leicht und beweglich und der gepolsterte Schaft sorgt für den notwendigen Halt des Knöchels, engt aber nicht ein. Deshalb liebt meine Tochter diesen Schuh so sehr: Sie mag ihre Freiheiten und sich nicht eingeengt fühlen, das gilt auch für ihre Kleidung. Und ja: Meiner Meinung nach brauchen Kinder richtige Wanderschuhe!

Innox Evo GTX QC Junior Lowa

Mein Schuhtipp für Erwachsene: Mauria GTX Ws von Lowa für Frauen. Der Mauria GTX Ws ist ein Klassiker aus der Trekking-Reihe von Lowa. Ich liebe diesen Schuh. Er ist komfortabel, für mich nicht zu klobig und sorgt für einen sicheren Stand und Halt. Für eine Hüttenwanderung mit Kindern ist dieser Schuh immer meine erste Wahl. Egal, wie minimalistisch ich packe, ich muss entweder einen schweren Rucksack tragen oder aktuell noch eine Kindertrage samt Kind. Ein guter Stand in meinen Wanderschuhen ist dafür essenziell.

Mauria GTX Ws

Mein Schuhtipp für Erwachsene: Der CADIN GTX MID für Männer. Falls Du jetzt gedacht hast: „Wow. Was für eine Super-Mama. Trägt Kraxe samt Kind. Respekt!“, dann hole ich Dich schnell zurück in unsere Wanderrealität. Während ich es am Anfang noch geschafft habe, Kind samt Kraxe ein wenig zu tragen (also so 150 Höhenmeter und etwas über 3 Kilometer), wird das Wanderbaby langsam zu schwer. Kommt noch Gepäck dazu, dann kapituliere ich ohnehin.

Wandern mit Kraxe und Lowa Schuhen

Da muss der Mann ran. Ich bewundere immer wieder, wie er Kind samt Gepäck jeden Berg hoch- und wieder runterträgt.

Hierfür braucht er einen Bergschuh, der ihm richtig guten Halt gibt und der für einen stabilen Stand sorgt. Der PREDAZZO von LOWA hat ihn schon auf etlichen Wanderungen mit Kind und Gepäck auf dem Rücken begleitet.

LOWA selbst hat für diesen Schuh einen Nachfolger auf den Markt gebracht: den CADIN GTX MID


Wie gut schlafen Kinder auf einer Hütte?

Der Schlaf der Kinder auf einer Hüttenübernachtung ist ein Thema, das alle Eltern brennend interessiert. Vor allem dann, wenn die Kinder noch sehr klein sind. Mit der großen Tochter haben wir uns erst kurz nach ihrem zweiten Geburtstag auf eine Hütte „getraut“. Die zweiten Tochter hat schon sehr früh (mit 3 Monaten) auf einer Hütte übernachtet, da sie ein relativ entspanntes Baby war.

Bei der Wahl der Hütte ist für mich wichtig, dass wir in einem Zimmerlager schlafen können, in dem keine fremden Wanderer übernachten. Wir haben auch schon in Matratzenlagern geschlafen, die wir uns dann mit einer befreundeten Familie geteilt haben. Das Schlafen hat jedes Mal wunderbar funktioniert. Meine Kinder sind nach solch einem aufregenden Tag am Abend meist ein wenig aufgedreht, aber auch entsprechend müde. Ein Babyphone hatten wir noch nie dabei. Meistens sind wir Eltern mit oder kurz nach unseren Kindern ins Bett gekrochen.

Meine persönliche Erfahrung: Meine Kinder schlafen meist sehr viel besser auf einer Hütte als ich selbst. Von den Geräuschen in der Hütte, auch in hellhörigen Hütten, sind meine Kinder bisher noch nicht aufgewacht.

Wie motiviere ich die Kinder zum Wandern?

Ihr habt einen Hüttenwanderung geplant, die Übernachtungen sind reserviert, das Wetter spielt mit und die Wanderrucksäcke sind gepackt? Dann auf ins Wanderabenteuer. Sicherlich gehst Du nicht zum ersten Mal mit Deinen Kindern wandern, wenn Du eine Hüttenübernachtung planst und hast bereits das Zertifikat „erfahrener Wandermotivator“ erhalten.

Viele Motivationstipps für kleine Kinder kannst Du auf meinem Blog nachlesen: Wandern mit Kindern: 25 Motivationstipps für kleine Kinder.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass meine Tochter mit der Aussicht auf eine Hüttenübernachtung gleich viel motivierter ist. Außerdem bin ich als Elternteil beim Wandern an solchen Tagen entspannter, denn wir haben viel mehr Zeit mit im Gepäck als bei Tageswanderungen. Wir müssen lediglich vor dem Abendessen in der Hütte ankommen. Das überträgt sich auch auf die Stimmung meiner Tochter.

Die Wahl eines geeigneten Wanderweges ist für die Motivation immer das A und O. Du solltest auf jeden Fall Forstwege und Zufahrtsstraßen zu Hütten meiden. Während Dein Kind eben noch wie ein junges Reh die Steine hochgehüpft ist, zieht sich die Wanderung auf solchen Wegen wie zäher Kaugummi. Je felsiger und spannender der Weg ist, desto besser.

Je älter die Kinder sind, desto wichtiger ist es, sie in die Planung mit einzubeziehen. Zeige ihnen vorab auf einer Wanderkarte die geplante Wanderung und Bilder von der Hütte. Unterwegs kannst Du mit ihnen den vor euch liegenden Weg und die „Besonderheiten“ der Hütte besprechen. Stellt euch gemeinsam den Sonnenuntergang vor und überlegt, was euer Hüttenlieblingsessen ist und wer oben und unten schlafen darf.

Eine Hüttenübernachtung ist für Kinder ein echtes Abenteuer. Seid mit Begeisterung bei der Sache und genießt jede Minute zusammen als Familie in der Natur, dann fällt auch den Kindern das Wandern leicht.

Hüttenwanderung mit Kindern: Auf der Hütte

4 Tipps für einen entspannten Hüttenaufenthalt mit Kindern

1. Gehe mit Familie oder Freunden wandern

Freunde mit Kindern, die ebenfalls gerne wandern gehen, sind großartig. Da wandert es sich wie von selbst und Langweile kommt mit der besten Wanderfreundin/dem besten Wanderfreund garantiert keine auf. Aber auch die Großeltern, Onkel oder Tanten sind eine großartige Wanderbegleitung. Eine Schwester ist aber auch nicht übel, wie meine große Tochter mittlerweile findet.

2. Verabschiede Dich von dem „Feierabend-Gedanken“

Endlich seid ihr auf der Hütte angekommen. Jetzt erst einmal in aller Ruhe ein kühles Getränk genießen. Oder auch nicht. Stelle Dich darauf ein, dass mit dem Erreichen der Hütte Dein Motivations-Tag nicht zu Ende ist. Zumindest bei uns ist es aktuell noch so. Der Großen ist bei ein wenig Leerlauf gleich „langweilig“ und die Kleine braucht garantiert eine frische Windel, wenn Du Dich gerade hingesetzt hast.

Feierabend in dem Sinne gibt es für uns Eltern sowieso nie. Wir genießen es einfach, raus aus dem Alltag zu sein und Zeit in der Natur oder auf einer gemütlichen Hütte zu verbringen. Von Erholung im Sinne von „Füße hochlegen“ war ja nie die Rede.

3. Geeignete Spielsachen mitnehmen

Wir haben für unsere Kinder meist ein Paar Stifte und ein wenig Papier bzw. ein Rätselheft für Vorschulkinder* dabei. Meine große Tochter mag nach einem langen Tag an der frischen Luft meist eine ruhige Beschäfigung. Andere Kinder brauchen wahrscheinlich nicht einmal das, denn in und um eine Hütte gibt es meist genügend zu entdecken. Mit zunehmendem Alter sind auch Kartenspiele bei uns hoch im Kurs.

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4. Schmeiß den Rhythmus über Bord

Wir haben bei einer Hüttenübernachtung keine festen Ins-Bett-Geh-Zeiten und auch keine festen Essenszeiten. Da darf um halb fünf noch ein Kaiserschmarrn bestellt werden, wenn der Hunger darauf groß ist. Wenn sie es schaffen, dürfen sich meine Kinder auch bis zum Sonnenuntergang wachhalten. Ich persönlich finde es schön, wenn wir diese Zeit gemeinsam als Familie verbringen.

Hüttenwanderung mit Geschwistern
Wandern mit Kindern Pausen

Nützliche Infos & Tipps für eine Hüttenübernachtung mit Kindern

Kosten & Bezahlung: In Hütten wird in der Regel bar gezahlt. Packe immer genügend Bargeld ein, denn eine Hüttenwanderung mit Kindern ist eines ganz sicher nicht: Günstig. Die Übernachtungskosten und das Essen und Trinken summiert sich bei zwei Übernachtungen schnell auf über 250 EUR (oder mehr).

Müll: Es sollte selbstverständlich sein, dass ihr euren Müll wieder mit vom Berg und am besten auch mit von der Hütte nehmt. Packt mind. eine Tüte für euren Müll ein.

Hüttenübernachtung und die Sache mit den Windeln: Bei einer Nacht auf einer Hütte ist es in Ordnung gebrauchte Windeln wieder mitzunehmen. Bei zwei oder mehr Nächten auf einer Hütte wird es da schon komplizierter. Der Duft, der aus dem Rucksack strömt, grenzt nach einer Weile selbst bei Wetbags an Geruchsbelästigung. Mal ganz davon abgesehen, dass gebrauchte Windeln von drei Tagen sehr schwer und voluminös sind. Also haben wir bei jeder Übernachtung in der Hütte gefragt, ob wir die Windeln dort in den Müll werfen dürfen. In der Regel war das kein Problem.

Hüttenruhe: Mache Dir keine Sorgen zwecks der Hüttenruhe. Meine Erfahrung ist, dass die Kinder vor der Hüttenruhe schon friedlich schlummern. Kinder stören die Hüttenruhe maximal am frühen Morgen, wenn ein Frühaufsteher-Kind trotz anstrengendem Wandertag die Augen um 5:45 Uhr aufschlägt. Dann sollte es selbstverständlich sein, dass um diese Zeit noch nicht getobt wird. Wir haben für solche Fälle ein Hörbuch auf dem Telefon dabei.

Unsere bisherigen Hüttenübernachtungen mit Kindern

Mittlerweile haben wir mit unseren Kindern auf vielen Hütten übernachtet. Die folgenden vier Hütten waren mit die ersten, an die wir uns rangetraut haben.

Lesetipp Hüttenwanderung mit Kindern. Auf meinem Blog findest Du eine Übersicht alle Hütten für Familien, auf denen wir bereits übernachtet haben. Zum Blogbeitrag hier klicken.

1. Priener Hütte

Die neuen Pächter der Priener Hütte haben selbst Kinder und sich zum Ziel gesetzt, eine besonders kinderfreundliche Hütte zu betreiben. Von der Priener Hütte aus kannst Du den Geigelstein besteigen, der mit 1808 Metern der höchste Gipfel im bayerischen Teil der Chiemgauer Alpen ist. Er wird auch als der „Blumenberg“ des Chiemgaus bezeichnet, da sich in dem Gebiet rund 720 Farn- und Blütenarten verteilen. Der Panoramablick kann bei guter Sicht bis zum Großglockner reichen. Auf dem Weg zum Geigelstein ist es sehr wahrscheinlich, dass Du mit Deinen Kindern Murmeltiere beobachten kannst.

Den Aufstieg zur Priener Hütte über die Zufahrtsstraße kann ich nicht empfehlen, es gibt allerdings eine interessante Variante über den Jägersteig.

Abstieg Priener Hütte
Abstieg von der Priener Hütte

2. Obere Firstalm am Spitzingsee

Die Obere Firstalm* gleicht ein wenig einem Hotelaufenthalt. Zumindest was den Standard unseres Zimmers anbelangt. Buchen kannst Du ein Zimmer tatsächlich über booking.com und ein Gepäcktransport erleichtert den Aufstieg. Der Aufstieg zur Hütte ist einfach. Die Hütte ist perfekt für Hüttenübernachtungs-Einsteiger geeignet und Du kannst dort ganzjährig übernachten. Im Winter ist die Alm vor allem wegen der Rodelabfahrt beliebt.

3. Stie-Alm im Brauneck-Wandergebiet

Wandern auf dem Brauneck kann wunderschön, aber auch recht voll sein. Die Aussicht auf dem Ausläufer der Benediktenwand ist grandios. An einem schönen Tag reicht der Blick über den Starnberger See bis in das 60 km entfernte München und der Anblick der schroffen Gipfel des Karwendelgebirges, sowie auf das Wettersteingebirge inkl. Zugspitze, lassen jedes Wanderherz höherschlagen. Die Fahrt mit der Brauneck-Bergbahn ist praktisch und die Wanderung zur Stie-Alm sehr kurz. Nach der Hüttenübernachtung kannst Du auf dem Brauneck-Panoramaweg über den Latschenkopf zurück zur Seilbahn wandern.

Höhenweg Brauneck mit Kindern

4. Straubinger Haus Tirol in den Chiemgauer Alpen

Das Straubinger Haus liegt in Tirol in den Chiemgauer Alpen. Die Wanderung vom Parkplatz Steinplatte zum Straubinger Haus inkl. Übernachtung ist eine absolute Empfehlung von meiner Seite. Die Wanderung zur Hütte und die Aussicht von unterwegs sind großartig und auch für Kinder ab 4 Jahren machbar. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung.

Der Blick auf den Wilden Kaiser und die Chiemgauer Alpen von der Hütte sind ein Traum. Du kannst von München auch noch am Freitagmittag aufbrechen und zwei Übernachtungen einplanen. Somit bleibt euch der Samstag für einen kompletten Tag in den Bergen. Den ganzen Tag draußen sein, wandern, toben und am Abend den Sonnenuntergang genießen, das sind die Gründe, warum wir in den Bergen übernachten.

Straubinger Haus mit Kaiserblick

Hüttenwanderung mit Kindern: Mein Fazit

Für uns sind Hüttenübernachtungen mit unseren Kindern eine intensive Familienzeit. Ein Erlebnis, das uns als Familie zusammenschweißt. Wir genießen das Zusammensein in der Natur, wir genießen es, ohne Ablenkung Zeit füreinander zu haben und wir genießen es, dass das Telefon häufig keinen Empfang hat. Das gemeinsame Erlebnis in der Natur als Familie machen den Mehraufwand an Planung, Organisation und Gepäck mehr als wett.

DAS WIRD DIR AUF GEFALLEN

Auf meinem Blog habe ich alle unsere bisherigen und geplanten Hüttenwanderungen in den Alpen mit Kindern für Dich zusammengefasst: Hüttenwanderung Alpen mit Kindern – Die schönsten Touren und Hütten für Familien .

Hast Du mit Deinen Kindern schon einmal auf einer Hütte übernachtet? Schreibe mir die Hütten gerne in die Kommentare. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Zielen, die sich für Familien bewährt haben.


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Hüttentour Rosengarten Schlern mit Kindern

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Hi, ich bin Steffi. Autorin. Bloggerin. Frischluftsüchtige. Bewegungsjunkie. Bergliebhaberin. Aussichten-Genießerin und Zweifach-Mama.

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Meine veröffentlichten Bücher: Green Family Guide und Mikroabenteuer mit Kindern.


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