Wie ich mit dem Draußensein mein Geld verdiene

Wie ich mit dem Draußensein mein Geld verdiene

Ein Blick hinter die Kulissen eines Reise- und Outdoorblogs für Familien

Meinen Blog a daily travel mate gibt es seit 2013. Hier blogge ich regelmäßig über unsere Reisen und Wanderungen als Familie. Da meine Arbeit als Bloggerin immer wieder Fragen aufwirft, nehme ich Dich in diesem Blogbeitrag mit hinter die Kulissen von a daily travel mate.

Zunächst habe ich meinen Blog neben einem fordernden 40 Stunden Job aufgesetzt. Das war ein Jahr bevor wir als Paar zu einer Weltreise aufgebrochen sind. Von dieser haben wir das Weltreisebaby mitgebracht, das bei unserer Landung in München von uns noch unbemerkt und gerade mal so groß wie eine Himbeere war.

Mittlerweile reisen und wandern wir zu viert. Zwei Schwangerschaften, zwei Elternzeiten und eine Pandemie später gibt es a daily travel mate immer noch. Seit 2013 ist privat viel passiert und da so ein Blog natürlich immer auch das Leben der Autorin widerspiegelt, ist aus einem Reiseblog für Weltreisende einer der größten Reise- und Outdoorblogs für Familien in Deutschland geworden.

Wie bist Du dazu gekommen?

Für meinen damaligen Arbeitgeber, einen Reiseveranstalter, durfte ich ein Konzept für einen Unternehmensblog ausarbeiten. Dafür habe ich unzählige Blogbeiträge verschiedener Reiseblogs gelesen und bin immer tiefer in die Materie eingetaucht. Da ich damals selbst viel gereist bin, dachte ich: „Hey, so einen Blog kann ich doch auch einmal selbst probieren.“

Was bedeutet a daily travel mate?

Ein travel mate ist eine Reisebekanntschaft. Eine Person, mit der man sich auf Reisen gerne unterhält, die man nach Tipps frägt oder mit der man einen Teil der Reise gemeinsam zurücklegt. daily steht dafür, dass jeder Tag eine Reise sein kann, auch vor der eigenen Haustüre. Mittlerweile passt der Name nicht mehr 100% zu mir bzw. zu uns. Ich habe schon unzählige Stunden darüber gegrübelt, ob ich den Namen ändern soll, die Pläne aber immer wieder verworfen.

Hast Du noch eine andere Arbeitsstelle?

Ich bin selbständige Bloggerin und Autorin ohne weitere Arbeitsstelle. Nach unserer Weltreise habe ich den Gründungszuschuss beantragt, da ich meinen Blog hauptberuflich betreiben wollte. Der Zuschuss wurde allerdings abgelehnt. Mit der Begründung, dass das Arbeitsamt jemanden mit meinen Qualifikationen ohne Probleme in eine Festanstellung vermitteln könne. Das sei schließlich die Hauptaufgabe des Arbeitsamtes.

Da ich zeitgleich von meiner Schwangerschaft erfahren habe, war dieser Rückschlag gut wegzustecken. Ein paar Monate später bin ich ohnehin in Elternzeit gegangen.

Wie verdiene ich als Familienreisebloggerin eigentlich Geld?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit einem Blog Geld zu verdienen. Bei mir ist es ein Mix aus unterschiedlichen Einnahmequellen.

Kooperationen mit Tourismusverbänden und Marken

Damit man mit einem Blog Geld verdienen kann, ist es wichtig, viele informative Artikel zu schreiben und sich damit eine Leserschaft in einer bestimmten Nische, in meinem Fall outdoorbegeisterte Eltern, aufzubauen. Tourismusverbände können über Blogger und deren Social-Media-Kanäle ihre Region bewerben und Hersteller ihre Ausrüstung bei den Bloglesern bekannt machen.

Vereinfacht gesagt bedeutet das: Statt Werbung in einem Magazin oder auf einem Plakat zu machen, bucht eine Ferienregionen oder ein Hersteller eine Vorstellung auf meinem Blog und den dazugehörigen Social-Media-Kanälen.

Da ich mit meiner Persönlichkeit hinter meinem Blog stehe, habe ich bei meinen Lesern einen Vertrauensvorschuss. Das ist ein Grund, warum Unternehmen gerne mit Bloggern zusammenarbeiten.

Affiliate-Einnahmen

Affiliate-Einnahmen sind Umsatzbeteiligungen. Empfehle ich in einem Blogbeitrag z.B. ein Buch oder einen Ausrüstungsgegenstand und Du klickst auf diesen Link, der in der Regel zu amazon oder Bergfreunde führt, und Du kaufst eines der Produkte, erhalte ich eine Provision. Für Dich bleibt der Preis selbstverständlich gleich. Du musst übrigens gar nicht das von mir empfohlene Produkte kaufen.

Eigene Produkte

Viele Blogger verkaufen eigene Produkte, die einen Teil ihrer Einnahmen ausmachen. Ich selbst habe einen Greifling in Bergform entworfen und produzieren lassen, den ich in meinem kleinen Blog-Shop anbiete. Damit der Greifling dort nicht ganz allein vertreten ist, verkaufe ich eine Handvoll weiterer Produkte für wanderbegeisterte Familien, wie Gipfelbücher für Kinder von Naturforscher oder Berg-Schmuck von Fjella, einem kleinen Schmucklabel mit einem großen Herz für Berge in Berlin.

Berge Holz Spielzeug

Autorin

2021 habe ich mein erstes eigenes Buch geschrieben. Ende Mai, mitten im unserem Umzugschaos, trudelte eine E-Mail vom Humboldt Verlag bei mir ein. Die Kurzfassung der E-Mail: „Möchtest Du ein Buch über Mikroabenteuer mit Kindern schreiben?“ Ich gebe es ehrlich zu: Ein Buch zu schreiben war nichts, was auf meiner persönlichen Bucket-Liste stand und ich hatte auch gehörigen Respekt davor. Das Thema war allerdings genau mein Ding. Also habe ich mich aus der Komfortzone gewagt und mein erstes eigenes Buch geschrieben: Mikroabenteuer mit Kindern. Tolle Familien-Auszeiten an der frischen Luft, die zusammenschweißen. Erscheinen wird es Anfang März. Du kannst es schon vorbestellen, zum Beispiel bei amazon.

Mikroabenteuer mit Kindern

Ganz nach dem Motto: Alle guten Dinge sind zwei, habe ich 2021 noch einen zweiten Autorinnenvertrag unterschrieben und ein weiteres Buchmanuskript abgegeben. Und obwohl ich noch nichts zu diesem Buchprojekt verraten darf, kannst Du hier immerhin schon einmal schauen, um welchen Verlag es sich handelt.

Ein bisschen was darum herum

Als Bloggerin schreibe ich auch für andere Blogs, wie den Blog von Tatonka oder Artikel für das Bergzeit-Magazin. Ich produziere und verkaufe Fotos und habe zeitweise Social-Media-Accounts von verschiedenen Unternehmen betreut.

Wie unabhängig kannst Du noch sein?

Jede Kooperationsanfrage bedeutet für mich eine Einnahmequelle und jede Absage somit kein Geld auf meinem Konto. Wobei ich dazu sagen muss, dass die Anfragen, die Blogger auf Augenhöhe behandeln (und bezahlen) bei mir immer noch rar sind. Die meisten Anfragen sage ich deshalb ab.

Das Dilemma eines Bloggers liegt bei Kooperationen darin, dass meine Leser in einem Bericht meine ehrliche Meinung zu einem Produkt oder einer Destination wissen möchte. Der Kooperationspartner aber durchaus einen positiven Bericht erwartet.

Dieses Problem lässt sich nur dadurch lösen, dass ich mir sehr genau überlege, mit wem ich zusammenarbeiten möchte. Würde ich mir dieses Produkt auch privat kaufen? Kann ich es guten Gewissens meinen Freunden empfehlen? Besonders bei Kooperationen mit Herstellen ist es mir wichtig, nur mit Marken zusammenzuarbeiten, die wir selbst nutzen und die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Alles andere wäre im Outdoorbereich nicht vertretbar und ich würde das Vertrauen zu meinen Lesern damit langfristig aufs Spiel setzen.

Fast alle unsere Reisen organisieren wir nach wie vor privat und auch den größten Teil unserer Ausrüstung kaufen wir selbst und das wird auch so bleiben.

Kennzeichnung von Werbung

Woher weißt Du, ob ein Beitrag oder ein Bild Werbung enthält? Ganz einfach: Jeder Beitrag ist entsprechend mit einem Werbehinweis versehen. Das ist rechtlich so vorgeschrieben. Mir persönlich ist es außerdem wichtig, hier ehrlich und transparent zu sein, damit Du immer weißt, ob es sich bei einem Inhalt um bezahlte Werbung handelt.

Als Familienreiseblog Geld verdienen

Schaffst Du es, Deine Freude beizubehalten, obwohl es nun Dein Job ist?

Absolut. Ich liebe es, dass ich mit meinem Blog und dem Draußensein mein Geld verdienen kann. Wobei ich auch hier ehrlich sein möchte: Ich saß und sitze sehr viel am Schreibtisch, damit ich es bis hierhin geschafft habe.

Was genau arbeite ich eigentlich den ganzen Tag als Blogger?

Es gibt sehr viele Aufgaben, die ich täglich erledigen muss. Ein großer Teil besteht im Schreiben von Blogbeiträgen und Social-Media-Posts. Allein die Erstellung dieser Inhalte dauert relativ lange. Denn vor dem Blogbeitrag muss ja zunächst eine Reise oder eine Wanderung stehen.

Hinter den Kulissen passiert sehr viel mehr. Das mache ich so den ganzen Tag: Allerlei technischen Kram, E-Mails schreiben, Angebote erstellen, Konzepte überlegen, Blogbeiträge schreiben, einpflegen und formatieren, Social-Media-Kanäle befüllen, Kommentare und Fragen von Lesern beantworten, Rechnungen schreiben, telefonieren, Performance-Auswertungen erstellen und mich selbst weiterbilden in Bereich wie SEO oder anderem rechtlichem Kram.

Kannst Du von Deinem Blog leben?

Im Jahr 2021 habe ich endlich das Kleinunternehmertum hinter mir gelassen. Das bedeutet konkret, dass mein Jahresumsatz im Jahr 2021 die Grenze von 22.000 Euro überschritten hat. Das ist nicht mein Gewinn, sondern meine Einnahmen ohne Abzüge meiner Kosten. Ich persönlich bin sehr stolz auf dieses Ergebnis. In einer anderen Lebenssituation könnte ich vielleicht davon leben. Eine Familie kann ich damit ganz sicher nicht durchbringen. Das könnte ich aber auch nicht mit einer Teilzeit-Stelle, die die Alternative wäre. Dafür genießen wir als Familie durch meine Selbständigkeit viel Flexibilität.

Wie viel Zeit beansprucht ein Blog?

Ein Blog und alles darum herum beansprucht viel Zeit. Ich bin Mama von zwei kleinen Kindern, die aktuell noch in den Kindergarten gehen. Mein Arbeitstag endet um 14:45 Uhr. Oftmals sitze ich noch abends am Computer. Am Wochenende befülle ich meist meine Social-Media-Kanäle, versuche aber den Laptop auszulassen.

Abgrenzung Arbeit – Freizeit. Wie gut kannst Du berufliches und privates trennen?

In Zeiten, in denen ich viel zu tun habe, fällt es mir schwer abzuschalten. Da ich keine festen Arbeitszeiten habe, könnte ich theoretisch immer arbeiten, auch in der Nacht oder am Wochenende. Das Problem hatte ich aber auch während meiner Festanstellung, da ich mir grundsätzlich sehr viele Gedanken mache.

Ansonsten gelingt mir die Abgrenzung sehr gut. Ich blogge nun schon so lange, dass ich unterwegs nicht ständig in Blogbeiträgen oder Instagram-Fotos denke. Das war zu Beginn tatsächlich ein Problem. Mittlerweile genieße ich jeden Draußentag, sei es auf Reisen oder beim Wandern, zücke ab und zu mein Telefon für ein Foto und bastle am Abend draus eine Instagram Story. Ein paar Tage später folgt ein Bild auf Social-Media und ein ausführlicher Blogbeitrag.

Diese gut funktionierende Routine hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Ich renne meinen Kindern nicht mit dem Telefon hinterher, um Videos oder Bilder von ihnen zu machen. Aus unserem Alltag gibt es nur sehr wenige Infos.

Ich lasse im Alltag mein Telefon sogar häufig daheim, damit ich gar nicht erst in die Versuchung komme, E-Mails von unterwegs zu lesen oder Kommentare zu beantworten. Hier möchte ich meinen Kindern ein gutes Vorbild sein, in dem ich nicht ständig am Telefon hänge, damit ich während unserer gemeinsamen Zeit voll präsent sein kann.

Als Reiseblogger Geld verdienen

Welche Herausforderungen gibt es in Deinem beruflichen Alltag zu bewältigen?

Es gibt verschiedene Herausforderungen, mit denen ich mich häufig konfrontiert sehe. Die einen sind persönlicher Natur, die andere eher technisch bzw. rechtlich.

Als Solo-Selbständige muss ich über Dinge Bescheid wissen, an die ich bei einer Gründung des Blogs nicht im Entferntesten gedacht hätte. Internetrecht, steuerlicher Kram und ganz viel technisches Webseiten-Gedöns. Das sind Dinge, die mir keinen Spaß machen und die ich zugegebenermaßen auch nicht immer zu 100% durchdringe.

Eine große persönliche Herausforderung ist für mich das Vergleichen. Dabei vergesse ich häufig, dass all die Blogger*innen, mit denen ich mich gerne vergleiche bzw. die meine Vorbilder sind, keine Kinder hat. Am liebsten würde ich genauso viel schreiben wie sie. Dann lese ich aber wieder von 60 Stunden Wochen, die Blogger-Paare runterreißen, um dorthin gelangt zu sein, wo sie jetzt sind. Das kann und will ich gar nicht schaffen. Es fällt mir manchmal allerdings schwer zu akzeptieren, dass mir einfach viel weniger Zeit für alle meine Ideen zur Verfügung steht und dass ein Vergleich mir im Grunde nur Energie raubt.

Was hast Du gelernt?

Ich bin Diplom-Betriebswirtin (BA), Fachrichtung Bank und habe bei einer Sparkasse gelernt. Nach meiner ersten Solo-Weltreise bin ich in München gelandet und habe dort bei drei verschiedenen Reiseveranstaltern gearbeitet.

Wer macht die Fotos von euch?

Die Fotos für den Blog sind von meinem Mann, der auch die Bearbeitung der Fotos übernimmt. Die Fotos entstehen fast alle aus der Situation heraus. Ich möchte meine Kinder nicht für meine Arbeit instrumentalisieren. Sie werden für Fotos weder gestylt noch bestochen. Unsere Fotos sind daher keine perfekten Werbebilder, sondern authentische Aufnahmen aus unserem Reise- und Wanderalltag.

Als Blogger Geld verdienen

Deine größte Herausforderung

Als ich meinen Blog gestartet habe, war Instagram noch kein großes Ding. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Auch ohne Blog lässt sich mit Instagram Geld verdienen aber ohne Instagram lässt sich mit einem Blog kein Geld verdienen. Obwohl ich den Austausch dort mag, schläft der Algorithmus nie. Es fällt mir außerdem häufig nicht leicht, mich dort nicht andauernd zu vergleichen.

Das Schönste am Bloggen

All die lieben Nachrichten und Kommentare von meinen Lesern machen das Bloggen für mich immer noch so besonders. Wenn ich es schaffe, Familien zum Rausgehen zu motivieren, dann ist das die schönste Belohnung, die ich mir vorstellen kann.

Und ohne Dich und alle meine Leser wäre so ein Blog auch ziemlich sinnlos. Deshalb eine riesengroßes DANKESCHÖN.

Hast Du noch Fragen zu meinem Blog und wie ich damit mein Geld verdiene? Dann schreibe diese gerne in die Kommentare.


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Dein Vertrauen ist mir sehr wichtig: Dieser Artikel enthält Empfehlungs-Links. Wenn Du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Dir entstehen dadurch keine Mehrkosten und Du kannst so meine Arbeit ganz einfach unterstützen. Ein riesiges Dankeschön, Steffi.

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4 comments

  • Wie zum Himmel hast du es geschafft noch ein zweites Buch in 2021 zu schreiben? Krasse Leistung und meinen größten Respekt! Bin sehr gespannt, was da im Conbook Verlag von Dir rauskommt. 🤩

    Liebe Grüße,
    Sabrina

    Reply
  • Das nenn ich mal einen super Einblick. Ich glaube viele Menschen wissen auch gar nicht wieviel Arbeit hinter einem Blog und Social Media steckt. Gesehen wird halt nur „immer auf Reisen“ und coole Social Media Bilder. Danke daher für deinen tollen Einblick.
    Liebe Grüße
    Oliver

    Reply

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