Jetlag bei Kindern: Diese 4 Tipps helfen wirklich

Jetlag bei Kindern: Diese 4 Tipps helfen wirklich

4 Uhr morgens. In Brasilien. Mein Wecker klingelt. Meine Augen wehren sich mit aller Macht dagegen, sich zu öffnen. Und plötzlich stehe ich im Bett.

Das war gar kein klingeln.
Das war gar nicht mein Wecker.
Das war mein Sohn.

Bist du schon mal in die USA geflogen? Nach Asien? Südamerika? Dann kennst du das Problem. Jetlag. Es trifft uns alle. Ob Mama, Opa oder Kind. Eine Studie hat sogar gezeigt: Auch Fliegen haben Jetlag! Ja, die Insekten. Es gibt also kein Entkommen.

Selbst wenn du das Spiel mit dem Jetlag schon ganz gut gemeistert hattest.

Jetlag bei Kindern ist nochmal anders!

Deine Kinder sind wahrscheinlich genauso verwirrt, wie du müde bist. Und sie brauchen deine Hilfe.

Jetlag mit Kindern Diese 4 Tipps helfen wirklich. Schlafen am Strand

Ich rolle mich also aus dem Bett und schleiche in die Küche, um Milch zu machen. Als der Durst gestillt ist, schaut mein Kleiner mich mit seinen großen, wachen Augen an. Augen, die sagen wollen:

Mami, was spielen wir jetzt?

Draußen ist alles still. Und dunkel. Wer ist denn auch um diese Zeit wach? Ich trage ihn herum. Versuche ihn irgendwie wieder zum schlafen zu kriegen. Keine Chance.

Am nächsten Tag? Pünktlich um 4 Uhr klingelt mein Sohn. Äh, schreit mein Wecker. Na, du weißt schon. Jeden Tag. Jeden verdammten Tag. Für die nächsten 3 Wochen. Pünktlich morgens um 4 ruft der kleine Kuckuck in seinem Kopf: „Aufwachen! Spielzeit! Aufwachen! In Deutschland ist es schon 8 Uhr!“ Hast du wirklich gerade „Kuckuck im Kopf“ gelesen?

Ja. Wir alle haben unseren kleinen Kuckuck im Kopf. Der aus unserer guten deutschen Kuckucksuhr. Unserer inneren Uhr. Er sagt uns, wann wir schlafen und wann wir essen sollen.

  • Kennst du das, wenn du pünktlich um 12 Uhr mittags ganz schrecklichen Hunger bekommst? Genau um 12 Uhr? Das ist der Kuckuck.
  • Oder wenn dir abends auf der Couch einfach die Augen zufallen? Das ist er auch.

Und wenn du jetzt plötzlich Urlaub auf Bali machst, zeigt dir dein Kuckuck einen Vogel. Warum? Dein Flieger landet um 4 Uhr morgens deutscher Kuckucks-Zeit. Auf Bali ist es dann schon 10 Uhr. Die Kinder sind begeistert, um 4 Uhr aufzuwachen. Nun gut, der Tag wird etwas anstrengend.

Jetlag mit Kindern Diese 4 Tipps helfen wirklich. Sonnenaufgang

Aber lass mich dir eine Frage stellen: Wenn du zu Hause mal um 4 Uhr morgens aufstehen musst, gehst du dann um 14 Uhr ins Bett? Wahrscheinlich zeigst du mir gerade einen Vogel. Genau das würde aber passieren, wenn du deine Kinder um 20 Uhr Bali-Zeit ins Bett legst.

Ihr kleiner Kuckuck wird sich (vielleicht nach einem kurzen Nickerchen) beschweren, dass es ja noch gar nicht Schlafenszeit ist. Denn mit den 6 Stunden Zeitunterschied wäre ihre neue Schlafenszeit erst irgendwann gegen 2 Uhr nachts. Natürlich werden sie nicht so lange wach bleiben. Sie sind ja auch müde von der Reise. Aber irgendwie ist ihrem (und deinem) Kuckuck ganz schön schwindelig. Denn draußen wird’s viel eher dunkel als er erwartet. Da passt was nicht. Deine innere Uhr hat einen Wackelkontakt.

Wie kannst du es also schaffen, deinen Kindern zu helfen, ihre innere Kuckucksuhr wieder zu reparieren?

Jetlag mit Kindern Diese 4 Tipps helfen wirklich. Alle müde

In unserer Verzweiflung haben wir angefangen, alles mögliche auszuprobieren. Einiges ist katastrophal in die Hose gegangen. Katastrophal. Ich sag nur: Spielbereit nachts um 2 Uhr. Aber einiges hat uns tatsächlich geholfen. Tut es jetzt noch. Auch mit zwei Kindern.

Ich weiß, du bist müde. Aber ich verspreche dir: Sie werden wieder normal schlafen. Alles wird wieder gut. Wie? Ganz einfach.

Gastbeitrag von Eva von MamasReiseHacks
Eva von mamasreisehacksEva (zwei Kinder, zwei Weltreisen) hilft frischgebackenen Eltern über das „Oh Gott, nur noch Pauschalurlaub??“ und „Aaah ist das gut fürs Baby??“ und macht deinen Traum von der Elternzeitreise mit messerscharfen Infos zum konkreten Plan.

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Zu Evas Blog: MamasReiseHacks

Hier sind unsere 4 besten Tipps zum Jetlag bei Kindern

1. Füll die Kinder ab

Keine Panik. Hier gibt’s keine apothekenpflichtigen Tipps. Ich meine Abfüllen mit Essen. Fragst du dich gerade: Warum das denn? Mit schwerem Bauch geht’s doch keinem besser. Lass mich erklären.

Essen ist einer der wichtigsten Anhaltspunkte für den Kuckuck, um zu wissen, was er wann tun soll. Besonders sehr kleine Kinder orientieren sich in ihrem Tagesrhythmus stark an Ritualen. Dazu zählt natürlich auch das Essen. Sobald ihr ankommt, achtet darauf, die Hauptmahlzeiten zur Ortszeit einzunehmen. Also keine Pizza um Mitternacht! Sorry Papa.

Sollst du deine Kinder jetzt stundenlang vertrösten, wenn sie nachts Hunger bekommen? Nein, natürlich nicht. Wenn sie zu den bizarrsten Zeiten essen wollen, dann ist das eine Kuckucks-Anweisung. Und er wird keine Ruhe geben. Also gib ihnen kleine gesunde Snacks, wie z.B. Obst. Aber keine großen Mahlzeiten. Im Idealfall gibst du ihnen über den Tag verteilt so viele gesunde Snacks, dass sie nachts keinen Hunger bekommen. Ein eiweißreiches Morgen- und Mittagessen und ein kohlenhydratreiches Abendessen helfen uns am besten, schnell in den neuen Rhythmus zu kommen. Und Wasser. Viel Wasser.

2. Spiel den Erklär-Bär

Kinder sind wie Opas, die immer aus dem Fenster gucken. Sie wollen einfach wissen, was los ist. Und warum. Mein 4-jähriger Sohn wird im übermüdeten Jetlag-Zustand wesentlich umgänglicher, wenn er das einordnen kann. Ich bombardiere ihn natürlich nicht mit astronomischen Konzepten der Erdrotation oder biologisch exakten Informationen über den zirkadischen Rhythmus. Sondern?

Ich erzähle ihm einfach von dem kleinen Kuckuck. Der verwirrt ist. Wie er, wenn wir gerade in Braunschweig zu Abend essen, überall auf Bali schlafende Leute sieht. Das kannst du ganz gut in den Tagesablauf einbauen.

Und was bringt das Ganze? Wenn er im Urlaub z.B. nachts aufwacht, erzähle ich ihm wieder vom Kuckuck. Das der Kuckuck sich ganz viel Mühe geben muss, um die neue Essenszeit zu lernen. Und, das mein Sohn ihm dabei ganz doll helfen kann. Damit konnte ich ihn schon öfter überzeugen, einfach noch ein bis zwei Stunden ruhig im Dunkeln liegen zu bleiben. Wo wir gerade vom Dunkeln sprechen:

3. Baut euch eine Dunkelkammer

Der Kuckuck ist nicht nur verwirrt, sondern auch stark kurzsichtig. Ob’s draußen schon dunkel ist, kann er nicht sehen. Alles was er sieht ist, dass es drinnen hell ist. Und das heißt für ihn: Spielalarm! Erst wenn’s auch drinnen dunkel wird, glaubt er, dass es Schlafenszeit ist.

Mach deshalb abends drinnen nur ein schwaches Licht an. Und zum Schlafen: Mach den ganzen Raum dunkel. Ich meine nicht nur, mach das Licht aus. Ich meine so richtig dunkel. Lass dem Kuckuck gar keine Zweifel aufkommen, dass jetzt Schlafenszeit ist. Dafür gibt’s tragbare Verdunklungsrollos. Aber, ganz ehrlich, schwarze Müllbeutel und Tesa-Film tun’s auch. Oder Couchdecken und Klammern an der Gardinenstange. Alles ist erlaubt. Wenn’s nachts so richtig dunkel ist, kommt ihr am schnellsten in den neuen Schlafrhythmus.

Noch ein kleiner Tipp zum besseren Schlafen: Im Urlaub ist’s schon mal etwas lauter draußen als zu Hause. Bei vielen Umgebungsgeräuschen kann eine „Weißes Rauschen“-App (z.B. Sound Sleeper)  helfen. Unbedingt aber vorher mal zu Hause ausprobieren, ob das was für deine Kinder ist.

4. Holt euch Vitamin D

Aus der Apotheke? Nein. Viel günstiger. Von der Sonne. Die unterschiedlichen Hell- und Dunkelzeiten verwirren den Kuckuck am meisten. Je öfter ihr ihm zeigt, dass es nun aber so ist, desto eher akzeptiert er es.

Bei Sonnenschein fällt euch das nicht schwer. Ihr geht schon fast automatisch raus und bewegt euch. Aber was, wenn’s ein grauer Tag ist? Egal. Geht trotzdem raus. Den Kindern ist’s egal. Und der Kuckuck braucht unbedingt Tageslicht. Wenn’s regnet? Manchmal könnt oder wollt ihr einfach nicht raus. Wenn ihr drin bleibt, dann mach es einfach richtig schön hell drinnen. Am besten mit kaltweißem (blauem) Licht.

Und was, wenn’s schon dunkel ist, wenn wir ankommen? Bei den Flugzeiten hast du selten eine echte Wahl. Wenn ihr abends ankommt, geht etwas essen und dann gleich ins Bett. Wenn ihr tagsüber ankommt, geht gleich raus und bleibt so lange wie möglich am Tageslicht.

Was kannst du tun, falls dein Kind um 4 Uhr morgens aufwacht?

Wir haben in Brasilien nach einer Woche aufgegeben. Sind einfach jeden Tag um 4 Uhr aufgestanden. Haben gefrühstückt. Den Sonnenaufgang angeschaut und einen einsamen Strandspaziergang gemacht. Wenn das für dich nach den ersten beiden Tagen aber keine Option mehr ist, mach’s gleich von Anfang an anders.

Wenn dein Kind klingelt, steh auf. Keine Ausreden. Mach nur ganz wenig Licht an. Falls ihr Hunger habt, esst einen kleinen Snack. Dann spielt ganz ruhig. Hörbücher sind hier auch toll für größere Kinder.

Und was ist mit der Notfall-Wunderwaffe aller Eltern? Mit Tablet und Handy spielen die Kinder doch so schön ruhig. Genau wie ich grad gesagt hab. Bei einem Kind mit Jetlag, kann das allerdings nach hinten los gehen. Warum? Ganz einfach: Bildschirme strahlen blaues Licht aus (auch Fernseher). Genauso wie die Sonne. Und der kurzsichtige Kuckuck denkt es ist Tag. Und will aufstehen. Aber auch dafür gibt’s eine Lösung. Lade dir eine Blaulichtfilter-App herunter. Damit wird dein Bildschirm rötlich. Die Kids werden es wahrscheinlich gar nicht merken. So kannst du sie doch ein bisschen auf dem Tablet spielen lassen, ohne den Kuckuck aufzuwecken.

Wenn’s zu anstrengend wird: Teilt euch auf! Einer spielt mit den Kids, der andere schläft.

Das allerwichtigste ist aber…

Take it easy! Jetlag ist hart. Für dich und für deine Kinder. Sie werden alle zu anderen Zeiten müde sein. Sie werden sich gegenseitig aufwecken. Sei geduldig und erwarte nicht zu viel. Auch mit diesen Tipps dauert es einfach ein paar Tage, bis der Kuckuck wieder fit ist.

Plane höchstens eine Aktivität für die ersten beiden Tage. Und erinnere dich immer wieder daran, warum ihr eigentlich einen Jetlag habt: Weil ihr eine super coole Reise macht!

Ihr werdet tolle Abenteuer erleben.
In neue Welten eintauchen.
Wertvolle Zeit zusammen als Familie verbringen.

Kurz gesagt: Der Jetlag mit Kindern wird sich lohnen.

Garantiert.

Jetlag bei Kindern: Was sind Deine Erfahrungen und Tipps? Teile sie gerne mit uns in den Kommentaren.


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Hi, ich bin die Steffi: Reisende, Frischluftsüchtige, Bewegungsjunkie, Bergliebhaberin, Aussichten-Genießerin, Mama des Weltreisebabys und Autorin des Reiseblogs a daily travel mate. Der Reiseblog für große und kleine Aktiv-Reisende.

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