Hüttenübernachtung mit Kleinkind: 6 Tipps für einen entspannten Aufenthalt

Hüttenübernachtung mit Kleinkind: 6 Tipps für einen entspannten Aufenthalt

Zuletzt aktualisiert am 21. März 2024

In diesem Blogbeitrag habe ich 6 Tipps für Dich, wie eine Hüttenübernachtung mit Kleinkind ganz entspannt ablaufen kann.

Eine Hüttenübernachtung hat einen ganz besonderen Reiz. Früh am Morgen auf dem Gipfel stehen, den Wald riechen und hören, wenn er nach der Nacht erwacht, den Sonnenuntergang genießen, das Alpenglühen bestaunen und die Berge vor und nach den Tageswanderern fast für sich alleine haben. Herrlich. Nach der Geburt meiner Tochter haben wir uns langsam an das Wandern mit Baby herangetastet und mittlerweile sind wir und das zweijährige Kleinkind ein eingespieltes Team, sodass wir uns an die erste Hüttenübernachtung mit Kleinkind im Kaisertal gewagt haben.


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Wie war unsere erste Hüttenübernachtung mit Kleinkind? Überraschend gut. Ich bin froh, dass wir uns getraut haben. Ich kann Dir nur raten: Einfach machen! Nicht zu lange zögern und alle Eventualitäten abwägen. Eine Hüttenübernachtung mit Kleinkind kann gut klappen oder auch nicht. Aber das weißt Du erst hinterher.

Hüttenübernachtung mit Kleinkind: 6 Tipps I Inhaltsverzeichnis

  1. Geh mit Freunden wandern
  2. Gehe mit Freunden und deren Kind(ern) wandern
  3. Wähle das „richtige“ Alter für eine Hüttenübernachtung
  4. Mache Deinen Wandertag nicht nur vom Rhythmus Deines Kindes abhängig
  5. Wähle die richtige Hütte
  6. Wähle eine passende Wandertour
  7. Lesetipps und Hütteninspo

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1. Geh mit Freunden wandern

Manchmal finden unsere Kinder alles, was Mama oder Papa wollen, total doof. Anziehen, wickeln, mit Sonnencreme eincremen, Zähne putzen und so weiter. Mitwandernde Freunde dürfen all diese Dinge dann ohne große Diskussion erledigen. Geh mit Freunden wandern, die Dir mit Deinem Kleinkind hier und da gerne zur Hand gehen. Das erspart euch einiges an Diskussionen und Wutausbrüchen.

Gerade in den frühen Morgenstunden auf der Hütte, wenn die anderen Wanderer gerade erst aufwachen, ist ein wenig Rücksichtnahme gefragt und ein kooperatives Kleinkind Gold wert. Kleine Anmerkung: Ich weiß, dass es nicht sinnvoll ist, Wutausbrüche von Kleinkindern zu vermeiden oder diesen ständig aus dem Weg zu gehen. Aber ab und zu ist es für meine Nerven und auch für die der anderen Hüttengäste durchaus sinnvoll den NEIN-ICH-WILL-KEINE-FRISCHE-WINDEL-Wutanafall geschickt zu umgehen.

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Mit Kleinkind auf einer Berghütte übernachten I Großes FAQ

2. Gehe mit Freunden und deren Kind(ern) wandern

Während unserer Hüttentour im Kaisertal waren wir vier Erwachsene und zwei Kindern. Es war perfekt. Voraussetzung ist natürlich, dass sich die Erwachsenen gut verstehen. Aber Du würdest ja nicht vier Wandertage und drei Übernachtungen in einem gemeinsamen Mehrbettzimmer planen, wenn da keine großen Sympathien wären, oder?

Für das Weltreisekind war es das erste Mal, so lange am Stück mit einem anderen Kleinkind Zeit zu verbringen. Nach zwei Stunden waren die beiden schon ein Herz und eine Seele. Gemeinsam mit voller Begeisterung Steine in den Fluss schmeißen, das verbindet. Ab da haben die zwei sich einfach alles voneinander abgeschaut. Natürlich nicht nur die positiven Dinge, sondern auch: Das andere Kind hat doch auch keinen Sonnenhut auf, da brauch ich auch keinen. Wie? Meine Freundin hat sich gerade das Lätzchen ausgezogen? Das muss ich sofort nachmachen. Ich denke Du kannst Dir vorstellen, wie es abgelaufen ist.

Zusammenfassend lässt sich allerdings sagen, dass viele Dinge (Anziehen, Wickeln, Zähne putzen, sich in die Kraxe setzen lassen etc.) viel besser funktioniert haben bzw. das Kind diese viel geduldiger mitgemacht hat. Es tut wahrscheinlich gut, wenn man eine gemeinsame Verbündete hat, die in der gleichen misslichen Lage steckt, dass die Eltern ständig etwas von einem wollen.

Gehe mit Freunden wandern, die ebenfalls mit Kleinkind unterwegs sind. Es entwickelt sich eine ganz besondere Dynamik zwischen den Kindern, die dafür sorgt, dass auch schon die Kleinsten eine Menge Spaß haben. Und diese Zufriedenheit sorgt unweigerlich für ein entspanntes Kind und eine entspannte Hüttenübernachtung.

Mit einem anderen Kind dabei, war auch in den Pausen und vor und nach dem Essen kein einziges Mal Langeweile angesagt. Am zweiten Abend sind die beiden dann schon Händchen halten durch die Gegend gelaufen, haben sich ein Gute-Nacht-Küsschen gegeben und sind zur gleichen Zeit ins Bett. Mit das Erste, was das Weltreisekind nach dem Aufwachen gefragt hat: Wo ist meine Freundin?

3. Wähle das „richtige“ Alter für eine Hüttenübernachtung

Was ist denn nun das richtige Alter? Das hängt ganz klar von Deinem Kleinkind ab. Denn: Jedes Kind ist anders. Mit dem Weltreisekind hätte ich niemals eine Hüttenübernachtung in Erwägung gezogen, als sie noch unter einem Jahr, sprich ein Baby war. Frühestens mit 18 Monaten. Ab da schlief sie einigermaßen verlässlich durch bzw. war das nächtliche Aufwachen nicht mehr mit Geschrei verbunden. Mit 18 Monaten fing allerdings gerade der Herbst an, so dass es für eine Hüttenübernachtung zu spät im Jahr war. Ende April wurde sie zwei Jahre alt, im Mai haben wir uns direkt an die erste Hüttenübernachtung gewagt.

Warte für eine entspannte Hüttenübernachtung das „richtige“ Alter Deines Kleinkindes ab. Für uns war dieses Alter erreicht, als das Weltreisekind zwei Jahre alt wurde. Aber: Warte nicht zu lange, sondern traue Dich. Wie anfangs schon geschrieben: Einfach machen!

Für mich sind zwei Jahre das perfekte Alter. Das mit dem Schlafen / Durchschlafen funktioniert einigermaßen verlässlich. Sie kann alles essen, was wir Erwachsenen essen. Sie kann laufen und das Wichtigste für uns und auch für sie: Sie kann mittlerweile ziemlich gut reden und sich entsprechend mitteilen. Das macht das gemeinsame Leben so viel einfacher. Wobei natürlich ihre Meinung nicht immer mit unserer konform geht. Das ist klar.

Bis auf die Windeln und natürlich den Tragerucksack braucht das Kind keine „Extras“, die mitgeschleppt werden müssen. Mit zwei Jahren ist sie auch in einem Alter, in dem sie nicht um Punkt sieben ins Bett muss oder es um Punkt zwölf Mittagessen geben muss. Sie kann sich durchaus schon eine Weile gedulden.

4. Mache Deinen Wandertag nicht nur vom Rhythmus Deines Kindes abhängig oder anders gesagt: Entspann Dich.

Kleinkinder haben einen Rhythmus. Ich finde diesen Rhythmus durchaus wichtig. Allerdings habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass dieser Rhythmus bei uns nur unter der Woche funktioniert. Am Wochenende und im Urlaub nicht. Früher habe ich mich darüber geärgert, dass das Kleinkind beim Wandern schon um halb elf in der Trage eingeschlafen ist. Das bedeutete nämlich ein weiteres Nickerchen am Nachmittag und ein Kleinkind, das nicht vor zehn Uhr am Abend ins Bett geht. Jetzt ist mir das egal.

Möchte ich den Tagesrhythmus von meinem Kleinkind beibehalten, dann müsste ich meine Wochenenden daheim verbringen und im Urlaub den ganzen Tag im Hotel sitzen. Will ich aber nicht.

Unsere Freunde waren zum Glück genauso entspannt. Die Kinder haben statt einem langen Mittagsschlaf eben zwei Schläfchen in der Trage gemacht und waren abends bis um neun Uhr wach. Was auch seine Vorteile hatte. So waren sie beim Abendessen noch nicht zu müde und sind bis zum Sonnenuntergang gemeinsam vor der Hütte rumgerannt und wir haben uns in aller Ruhe unterhalten. Nachdem die Kids im Bett waren, war jeden Abend immer noch eine gute Stunde Zeit mit einem Gläschen Wein zusammenzusitzen.

Versuche bei einer Hüttenübernachtung bzw. bei einem Wandertag nicht, den Rhythmus Deines Kindes beizubehalten. Klappt eh nicht. Entspann Dich und lass es auf Dich zukommen. Bestimmt wird Dein Kind nicht bis um Mitternacht wach bleiben.

Hierzu passt auch das Thema Essen. Während Dein Kleinkind im Alltag nicht nur zu bestimmten Zeiten schläft, sondern auch isst, kann das bei einer Wanderung ganz anders aussehen.

Das musste ich bei dieser Tour wirklich lernen: Mein Kleinkind dreht nicht durch und noch wichtiger: verhungert nicht, wenn es nicht um zwölf sein Mittagessen, um vier einen Nachmittags-Snack und um sechs sein Abendessen bekommt.

5. Wähle die richtige Hütte

Die Wahl der Hütte ist ein ganz entscheidender Faktor für eine entspannte Hüttenübernachtung mit Kleinkind.

Grundsätzlich sollte die Hütte nicht zu hoch liegen. Wir Erwachsenen schlafen auf hoher Höhe schon nicht gut (so geht es mir zumindest anfangs immer) und ein Kleinkind erst recht nicht.

Es gibt Hütten, die sind besonders familienfreundlich. Hier sind Kinder gerne gesehen. Der DAV hat eine übersichtliche Broschüre hierzu erstellt, die Du für die Hüttenrecherche gut nutzen kannst.

Wichtig ist auch die Schlafsituation auf der Hütte.

  • Gibt es nur Lager? Dann ist die Hütte eher nicht geeignet, wobei es auch Ausnahmen gibt. Wir hatten bei unserer Hüttenübernachtung mit Kleinkind nämlich ein Lager, allerdings hatte die Hüttenwirtin dieses 8er Lager komplett für uns sechs reserviert. Das war perfekt, denn so waren wir unter uns und hatten genügend Platz.
  • Gibt es Zimmer? Wenn ja, welche Betten stehen in den Zimmern? Zunächst fand ich die Idee, gemeinsam in einem Lager zu schlafen nicht so gut. Immerhin gab es keine Garantie, dass das Kind durchschläft und nicht nur uns, sondern auch unsere Freunde und eventuell auch deren Kind aufweckt. Oder umgekehrt. Diese Sorge war im Nachhinein unbegründet. Die 2-Bett-Zimmer auf der Hütte wären für uns nicht geeignet gewesen. Da hatte die Hüttenwirtin absolut Recht, die mir davon abgeraten hat. In den Doppelzimmern stehen Doppelstockbetten. So hätte ein Erwachsener mit einem Kleinkind auf einer 80cm Matratze schlafen müssen. Das wäre sicherlich wenig erholsam gewesen.

Wähle eine Hütte, die eine Versorgungsstraße oder einen Versorgungslift hat und nicht ganz so weit „ab vom Schuss“ liegt. Das bedeutet in aller Regel hervorragendes und auch gesundes Essen (Salat, frisches Gemüse). Nicht unerheblich für die eigene Laune und für die Laune des Kleinkindes.

Kläre Dein Vorhaben bei der Reservierung mit dem Hüttenwirt bzw. der Hüttenwirtin ab. Du merkst schon an der Reaktion, ob Kleinkinder gerne gesehen sind.

Es gibt auf Facebook ein paar sehr aktive Wandern-Gruppe. Hier kannst Du nach Informationen zu passenden Hütten fragen und es findet sich sicherlich jemand, der bereits einmal auf der von Dir rausgesuchten Hütte gewesen ist, sei es auch ohne Kind, und von den Gegebenheiten dort berichten kann.

6. Wähle eine passende Wandertour

Hier muss ich nach reiflicher Überlegung und aus eigener Erfahrung sagen: Im Kleinkindalter ist die Tour fast egal. Kinderfreundlich? Muss wirklich noch nicht sein. Mein Kleine läuft mit ihren zwei Jahren noch nicht viel selbst. Sie schaut lieber Steine an bzw. sammelt diese, spielt mit Stöcken und schaut sich die Blumen an. Rumtoben und rumrennen kann sie während der Pausen und auf der Hütte genug. Wir haben im Kaisertal leichte bis mittelschwere Touren gemacht. Vor allem letztere sind ganz sicher nichts für ein Kleinkind. Ist der Kraxenträger trittsicher, sind solche Touren kein Problem.

Wir Erwachsenen waren super glücklich während der Wanderungen. Wir sind an unsere eigenen Grenzen gekommen, haben herrliche Aussichtspunkte bestiegen und die Wanderungen einfach nur genossen – ohne uns durch unsere Kinder eingeschränkt zu fühlen.

Das wird das letzte Jahr sein, dass wir das Kleinkind noch so lange tragen können und sie auch noch nicht so viel selbst laufen will. Deswegen haben wir es nochmals richtig „krachen“ lassen. Am Abend waren wir glücklich und entspannt. Und auch wenn ich diesen Spruch eigentlich gar nicht leiden kann, dieses Mal hat er absolut gepasst: „Entspannte Eltern machen entspannte Kinder“.

Wähle Wandertouren, die für alle passen. Willst Du nochmal so richtig wandern gehen, dann mach das. Mit Kleinkind in der Regel kein Problem. Andere Zeiten kommen ganz bestimmt. Hattest Du einen fantastischen Wandertag, dann ist sicherlich auch Dein Kleinkind entspannt.

Wir hatten bei unserer Hüttenübernachtung mit Kleinkind eine fantastische Zeit, sowohl wir Erwachsene, als auch die Kinder. Meine Kleine hat die Tage danach in der Kita gespielt, dass sie im Wald unterwegs ist. Und der Name ihrer neu gewonnenen Freundin fiel auch sehr oft. Ich würde es jederzeit wieder genauso machen und bin mehr als froh, dass wir uns an die Hüttenübernachtung getraut haben.

Meine Tipps helfen Dir hoffentlich, Dich ebenfalls an Deine erste Hüttenübernachtung mit Kleinkind zu trauen. Hast Du weitere Tipps, damit eine Hüttenübernachtung mit Kleinkind entspannt abläuft? Dann freue ich mich auf deine Kommentare.

7. Hüttenübernachtung mit Kleinkind: Lesetipps und Hütteninspo

Du hast Lust auf eine Hüttentour mit Kindern? In meinem Beitrag Hüttenwanderung Alpen mit Kindern findest du alle unsere bisherigen Hüttentouren und Übernachtungen. Viel Spaß beim Lesen und Planen!

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Hi, ich bin Steffi. Autorin. Bloggerin. Frischluftsüchtige. Bewegungsjunkie. Bergliebhaberin. Aussichten-Genießerin und Zweifach-Mama.

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Meine veröffentlichten Bücher: Green Family Guide und Mikroabenteuer mit Kindern.


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