Sulawesi mit Kleinkind

Sulawesi mit Kleinkind

Zuletzt aktualisiert am 21. März 2022

„Wo wart ihr denn bei eurer Elternzeitreise überall?“ „Wir waren in Neuseeland, Sulawesi,…“ „Sulawesi? Wo ist das denn?“ So, oder so ähnlich laufen die Gespräche meistens ab, wenn wir von unserer ersten Elternzeit berichten, in der wir fünf Monate mit unserer damals anderthalbjährigen Tochter reisten. Das Ziel Sulawesi sorgt immer wieder für Erstaunen und besonderes Interesse. Die meisten wissen nämlich noch nichts darüber und ehrlich gesagt, ging es uns auch lange so.

Ein Beitrag von Co-Autorin Simone über ihre Reise durch Sulawesi mit Kleinkind

Sulawesi ist eine indonesische Insel, und obwohl um ein Vielfaches größer ist als das beliebte Urlaubsziel Bali, ist sie vielen noch vollkommen unbekannt.

Warum Sulawesi?

Wir waren schon einmal auf Bali und den Gili Insel. Diese Reise und ganz besonders die Natur und das Essen hatten wir in sehr guter Erinnerung. Darum wollten wieder nach Indonesien, jedoch diesmal eher abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Die Herausforderung bestand darin, ein gesundes Mittelmaß zwischen Abgeschiedenheit und Vereinbarkeit mit Kleinkind zu finden. Besonders achteten wir bei der Auswahl unseres Reiseziels auf das Malaria Risiko, welches je nach Inselkette in Indonesien stark variiert.

Über andere Reiseblogger, die gerade von ihrer Reise durch Sulawesi berichteten, als wir unsere Reiseziele planten, sind wir schließlich auf die Insel aufmerksam geworden. Sulawesi hat für uns abwechslungsreiche Natur, ein geringes Malariarisiko und wenig Tourismus vereint. Die Insel hat nicht nur paradiesische Sandstrände, sondern auch Berge und Vulkane, dichten Dschungel und eine farbenfrohe Unterwasserwelt zu bieten. Und so viel kann ich schon verraten: Wir kamen bei allen diesen Aspekten voll auf unsere Kosten.

Sulawesi mit Kleinkind: Unsere Reiseroute

Die Planung unserer Reiseroute gestaltete sich beim Ziel Sulawesi etwas schwieriger als üblich. Es gab nämlich keinen Reiseführer für die Insel. Wir haben uns über Reiseblogs und das Buch „Sulawesi – On The Road and inside indonesia“ vorab informiert und einen groben Plan gemacht. Die konkrete Planung war ebenfalls eine Herausforderung. Wir mussten z.B. erstmal in Erfahrung bringen welche Flughäfen es gibt und welche Fluggesellschaften dort verkehren, weil nicht alle in deutschen Portalen gelistet sind.

Wir haben in einer Rundreise Nordsulawesi und die Togian Inseln bereist.

  1. Manado
  2. Bunaken
  3. Tomohon
  4. Gorontalo
  5. Togian Inseln
  6. Luwuk

Manado

Unsere Reise durch Sulawesi startete in der Provinzhauptstadt Manado im Norden der Insel. Da Manado auch Hauptverkehrsknotenpunkt ist, waren wir noch einige Male dort. Es ist eine kleine und üblich trubelige, asiatische Stadt mit Einkaufscentern und Märkten.

Nach unserer Ankunft am Flughafen von Manado reisten wir direkt weiter auf die kleine Insel Bunaken, die etwa 3 Kilometer vor der Küste Manados liegt. Dort verbrachten wir den Jahreswechsel und die ersten Tage im Jahr 2019. Da wir gerade aus dem kühlen Neuseeland kamen, mussten wir uns erstmal an das feucht-heiße Klima gewöhnen.

Bunaken

Die Insel Bunaken liegt im gleichnamigen Nationalpark, der für seine farbenfrohe Unterwasserwelt bekannt ist. Und das vollkommen zurecht: Wir liebten es dort Schnorcheln und Tauchen zu gehen und ganz besonders freuten wir uns über die zahlreichen Unterwasserschildkröten.

Unsere Tochter genoss die entspannten Tage am Strand. Dort gab es eine Schaukel und sie spielte häufig mit den einheimischen Kindern im flachen und warmen Wasser. Es war schön zu sehen, wie unsere Tochter das einfache und entspannte Leben auf der Insel genoss. Sie schloss schnell Freundschaft mit den Kindern vor Ort und freute sich jeden Tag sie am Strand zu treffen. Wir mussten zwar immer ein wachsames Auge haben, aber es war beeindruckend, wie selbstständig sie unterwegs war und sich von den anderen Kindern den angstfreien und natürlichen Umgang mit dem Wasser abschaute.

Sulawesi mit Kleinkind: Unsere Tochter findet neue Freunde auf Bunaken

Auch das Essen war ein Highlight – ganz besonders zu Silvester gab es eine riesige Auswahl an frischen lokalen Speisen mit viel Gemüse und Fisch. Wir waren sehr erstaunt, wie viel unsere Tochter essen konnte. Solange es nicht scharf war, probierte sie alles und aß besonders gerne und große Portionen Fisch.

Nur eine Sache trübte die Zeit im Paradies: Kurz vor unserer Ankunft gab es einen Sturm der viel – nein seeehr viel Müll an die Strände der Insel gespült hatte. Die Stadt Manado liegt, wie beschrieben, nur etwa drei Kilometer entfernt. Dort wird, wie leider an so vielen anderen Orten, jede Menge Plastik und Unrat einfach ins Meer geworfen und dann eben im nahegelegenen Nationalpark wieder an Land gespült. Diese Müllberge an einem eigentlich so paradiesischen Ort zu sehen, hat uns wirklich traurig gemacht und noch viel trauriger machte es uns zu sehen, dass die Einheimischen keine geeignete Methode haben, das Problem anzugehen. Sie sind mit den Müllmassen so überfordert, dass sie das Plastik entweder verbrennen oder den Müll zusammenkehren und von der Flut wieder ins Meer spülen lassen.

Tomohon

Von Bunaken ging es für uns weiter nach Tomohon, in das Hochland von Sulawesi. Die Stadt liegt ebenfalls im Norden der Insel, am Fuße des Vulkans Gunung Lokon. Tomohon ist unter anderem bekannt für seinen „Horror-Markt“, auf dem es allerlei interessante Spezialitäten zu kaufen gibt: Flughund, Schlangen, gegrillter Hund … Um diesen Markt haben wir lieber einen Bogen gemacht. Stattdessen haben wir in Tomohon die Natur erkundet. Wir sind auf den Gipfel des kleineren Vulkans Mahawu gewandert und waren am Linow See, einem mit Wasser gefüllten Vulkankrater südlich von Tomohon. Nicht zu vergessen: Unser Besuch im Hello Kitty Café, bei dem mein Mann in rosa Atmosphäre unbedingt Durian-Eis probieren musste. Falls ihr auch mal auf die Idee kommen solltet: ich würde euch eher zu anderen Geschmacksrichtungen raten.

Wie in vielen anderen Teilen der Insel, waren wir meist die einzigen Europäer.

Von Tomohon reisten wir zurück nach Manado, um von dort ein Flugzeug nach Gorontalo, etwa 400 Kilometer weiter südwestlich auf der Hauptinsel, zu nehmen. Wir hatten zunächst geplant die Strecke mit dem Bus oder einem Fahrer zurückzulegen, mussten aber dann einsehen, dass diese Strecke nicht mit 400 Kilometern in Deutschland oder irgendwo in Europa vergleichbar sind. Am Boden hätten wir ca. 10 Stunden Fahrt einplanen müssen. Das war uns mit Kleinkind dann doch too much und wir entschieden uns stattdessen für eine Stunde Flug. Das Flugticket zu erwerben hat deutlich länger gedauert. Das war nämlich nicht online möglich, sondern nur in einem Büro der Fluggesellschaft, irgendwo am anderen Ende von Manado.

Gorontalo

Gorontalo war für uns eigentlich nur ein Zwischenstop auf unserem Weg auf die Togian Inseln. Die Stadt ist aber ganz nett. Es gibt einen großen Markt und ein Einkaufscenter, in dem man sogar ganz passablen Kaffee bekommt 😊. Hier haben wir noch ein paar Einkäufe, wie bspw. Windeln besorgt, bevor wir die Fähre auf die Togian Inseln genommen haben. Wenn man hier mehr Zeit einplant, gibt es wohl auch die Möglichkeit Walhaie bei ihrer natürlichen Migration zu beobachten.

Togian Inseln

Die Togian Inseln waren der Hauptgrund, weshalb wir uns für Sulawesi als Reiseziel entschieden haben. Sie sind eine Gruppe aus ca. 56 kleinen Inseln zwischen dem nördlichen und dem östlichen Festlandarm Sulawesis. Die Inseln sind extrem abgelegen. Es gibt keinen Stromanschluss, keine Mobilfunknetz und kein Internet.

Anreise auf die Togian Inseln

Von Gorontalo aus gelangt man mit einer dreimal wöchentlich verkehrenden Fähre auf die Togian Inseln. Die Fähre fährt über Nacht und man kann standardmäßig nur einen Schlafplatz in einem großen Raum mit vielen Hochbetten buchen.

Die Crew hat jedoch erkannt, dass viele Touristen einen etwas privateren Ort für die Nachtüberfahrt bevorzugen und vermieten ihre Crew-Kabinen. Diese kann man jedoch nicht einfach so buchen. Wir haben über einen der Resortbesitzer einen Kontakt bekommen, der uns für etwa 30€ eine Kabine auf der Fähre arrangiert hat. Das Ganze lief über WhatsApp und einen Zahlungsservice (ähnlich Paypal) und wir waren dann letztendlich freudig überrascht, dass diese „Buchung“ tatsächlich geklappt hat. Wir bekamen nach dem Betreten der Fähre von einem der Crewmitglieder (Kontaktmann unseres Kontakts :-)) den Schlüssel zu einer ganz einfachen, kleinen Kabine, die normalerweise vom Kapitän des Schiffs genutzt wird. Besonders für unsere Tochter waren wir sehr froh über diesen Rückzugsort.

Die Fähre bringt einen dann in zwölf Stunden auf die Hauptinsel Wakai. Von dort kann man dann mit kleinen, privat Charterbooten weiter auf die anderen Inseln gelangen. Wir kamen am frühen Morgen im Dunkeln auf Wakai an und hatten eigentlich geplant, uns ein Boot mit einem Paar, das wir bereits auf dem Flug nach Gorontalo kennengelernt hatten, zu teilen. Im Hafen wartete jedoch bereits jemand auf uns, der uns mit unseren Namen aus den sechs Europäern an Board rausfischte. Da er unsere Namen kannte und wusste, dass wir ins Bahia Tomini wollten, folgten wir ihm. Das „einfach mal vertrauen“ fühlte sich aber doch etwas komisch an. Wir fuhren mit dem TukTuk eine Weile zu einem kleinen Dorf, wo sein Holzausleger Boot wartete. Es war beladen mit 4 Rattan-Sesseln, die das komplette Bootsdach belegten. Das Ganze kam uns schon etwas merkwürdig vor.

Schlussendlich stellte sich dann heraus, dass die Rattan-Sessel eine Lieferung für das Bahia Tomini waren und die Besitzer den Mann gebeten hatten, uns auf dem Boot mitzunehmen. So lohnte sich die Fahrt doppelt für ihn. Also fuhren wir im Morgengrauen mit dem Holzboot und Aussenbordmotor für ca. zwei Stunden inklusive Rattan-Sesseln über den Köpfen über ein kristallklares und spiegelglattes Meer. Dank unserer Ohrenstöpsel konnten wir die Fahrt auch trotz des dröhnenden Motors genießen.

Alternativ zu der von uns gewählten Route von Gorontalo nach Wakai, kann man übrigens auch von Ampana mit einem Speedboot nach Wakai, Malenge oder auch Bomba gelangen.

Bahia Tomini

Wir waren auf den Togian Inseln in zwei Unterkünften. Unser erstes Ziel war das Bahia Tomini auf der Insel Malenge. Dieses Eco Resort war für uns einfach der Himmel auf Erden. Ich verrate es eigentlich nur ungern, weil es unser absoluter Geheimtipp ist und wir unbedingt noch einmal zu Eva und Kike möchten. Dann hoffen wir natürlich, einen genauso paradiesischen Ort, wie bei unserem letzten Besuch vorzufinden und keine von Touristen überlaufene Trendlocation. Also behandelt diesen Tipp bitte sorgsam 😉

Man gelangt nur mit dem Boot (oder über einen Dschungelpfad vom Dorf auf der anderen Inselseite aus) ins Bahia Tomini, das aus fünf kleinen Holzhäusern besteht. Drei davon stehen am Strand, zwei auf Stelzen im flachen Wasser der Bucht. Es hat also definitiv was von Robinson Crusoe.

Die Gastgeber Eva und Kike kommen aus Spanien und haben mit dem Bahia Tomini ihren Traum verwirklicht. Sie haben das Land gekauft und nach und nach ihr Resort dort aufgebaut, in dem sie versuchen so gut es geht im Einklang mit der Natur zu leben. Die zwei sind sehr herzlich und haben uns und besonders unsere Tochter wirklich nach Strich und Faden verwöhnt.

Neben einer riesigen Vielfalt an lokalen Speisen, wie Fisch, exotischem Gemüse (teilweise Sorten, die nur dort wachsen und für deren lokalen Namen es keine Übersetzung gibt) und Curries haben sie uns sogar einmal Pizza in ihrem Holzofen gebacken. Ja, das ist besonders, denn es gibt keine Supermärkte in der Umgebung, wo man mal eben alle Zutaten einkaufen könnte. Fast alles, was dort gegessen wird, kommt auch von den Inseln selbst oder aus dem Meer um sie herum. Alles weitere muss mühsam mit dem Boot vom Festland beschafft werden.

Im Bahia Tomini kann man herrlich die Seele baumeln lassen, den weißen Sandtrand genießen und im klaren Meer planschen. Wenn einem mal nach mehr Action der Sinn steht, gibt es auch eine Tischtennisplatte. Außerdem kann man Schnorcheln, Tauchen, mit dem Ruderboot an der Küste entlang paddeln, durch den Dschungel ins Dorf spazieren oder diverse Ausflüge zu Inseln in der Umgebung unternehmen. Wir haben unter anderem einen Ausflug zu einem Seenomadendorf auf Pulau Papan gemacht und mein Mann hat sich im nächtlichen Dschungel von Malenge auf die Suche nach Coconut Crabs (Palmendieben) begeben. Die Togians sind einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen es die riesigen Krabben mit den starken Scheren noch gibt. Dank zuvor ausgelegter Kokosnüsse als Köder, konnte er tatsächlich eine beobachten.

Sulawesi mit Kleinkind: auf dem langen Steg von Pulau Papan

Nach ein paar Tagen im Bahia Tomini reisten wir schweren Herzens aber auch voller Vorfreude auf die nächste Unterkunft weiter auf die Insel Bomba ins Poki Poki. Unterwegs machten wir noch einen Stop beim Quallensee auf der Insel Katupat. Da die Quallen nicht nesseln, kann man im See mit ihnen schwimmen. Ich war erst skeptisch, aber es war ein wirklich schönes Erlebnis. – Mein Erlebnis mit einer leider sehr wohl nesselnden Qualle in Malaysia hatte ich zum Glück erst später.

Poki Poki

Das Poki Poki wird von einem jungen, deutsch-österreichischen Paar geführt. Sie haben das Resort von einem Vorgänger übernommen und ausgebaut. Es ist ein sehr schöner Ort für Backpacker. Alle essen die Mahlzeiten zusammen an einem großen Tisch und es gibt einen gemütlichen Aufenthaltsbereich, viele Bücher und Gesellschaftsspiele. Außerdem natürlich Liegen am Strand und reichlich Hängematten, in denen man herrlich lesen oder entspannen kann.

Im Poki Poki machten wir sowohl einige der schönsten als leider auch eine der schlechtesten Erfahrung unserer Reise.

Sulawesi mit Kleinkind: Die Highlights

Bei Schnorchelausflügen haben wir unsere Tochter natürlich auch immer mitgenommen. Sie liebte es auf dem Boot mitzufahren und ist meistens sogar eingeschlafen. Wir haben uns dann beim Schnorcheln einfach abgewechselt, sodass einer von uns immer mit der Kleinen auf dem Boot blieb.

Ein ungeplantes Highlight erlebten wir bei einem Schnorcheltrip mit der Poki Poki Crew: Mehrer Gruppen Delfine schwammen mit unserem Boot mit. Sie folgten uns mehrere Minuten und spielten Wettrennen mit dem Boot. Es war so ein bezaubernder Moment, als unsere Tochter die Delfine entdeckte, die plötzlich neben unserem fahrenden Boot auftauchten und immer wieder aus dem Wasser sprangen. Sie rief voller Begeisterung immer wieder „Fisch, Fisch!!!!“

Ebenfalls unvergesslich ist ein abendlicher Ausflug in ein Dorf über das kurz vor Sonnenuntergang Scharen von Hornbills hinwegfliegen. Allein schon der Spaziergang durch das Dorf war schön. Die Kinder waren ganz aufgeregt über unseren Besuch und folgten uns umher. Einige teilten frische Mangos mit unserer Tochter und wir testeten unser leider sehr begrenztes Indonesisch Vokabular. Zum Abschluss des Tages dann die Vogelschwärme zu beobachten war ein besonderes Erlebnis.

Sulawesi mit Kleinkind: Die Lowlights

Leider hatte es sich eine Rattenfamilie, in der Badezimmerwand unseres Bungalows gemütlich gemacht. Die kamen dann nachts regelmäßig in den Bungalow und nagten unsere Sachen an. Natürlich können die Hotelinhaber nichts dafür. Schließlich lebt man auf den Togians sehr naturnah und das ist es ja auch, was die Urlauber dort suchen. Die Bungalows liegen direkt am Strand, dahinter beginnt der Dschungel. Für uns war es aber trotzdem unangenehm und ärgerlich.

Eine weitere nicht so schöne Erinnerung aus der Zeit im Poki Poki: Mein Mann wurde für mehrere Tage ziemlich krank und in dieser Zeit haben wir uns dort leider nicht sehr gut aufgehoben gefühlt. Aufgrund von Wind und stärkeren Wellengangs war das Grundwasser mit Salzwasser vermischt worden und es gab – dank eines Filters – dann zwar trinkbares, aber nicht sehr appetitliches Wasser. Wenn man unter einem Magen-Darm-Infekt leidet, ist das natürlich besonders unangenehm. Auch die Lebensmittelauswahl war dann sehr begrenzt, weil keine Lieferboote mehr fahren konnten. Es gab irgendwann leider nichts mehr außer Reis, was mein Mann hätte essen können. Wir hätten uns in dieser Situation einfach gewünscht, dass man ihm geeignete Lebensmittel wie Bananen, Mineralwasser oder Cola zurückhält. Das hat leider nicht geklappt.

Wir waren dann sogar ein paar Tage länger als geplant im Poki Poki. Wegen des beschriebenen Wellengangs, der auch die Lebensmittellieferungen verhinderte, konnten wir für einige Tage nicht abreisen. Mit Satelliteninternet konnten wir aber unsere Weiterreise umorganisieren und unsere Familien und Freunde informieren.

Luwuk

Drei Tage später als geplant, konnten wir mit dem ersten Boot auf das Festland nach Ampana weiterreisen. Mit uns reiste ein Mann mit Leistenbruch, der sich im Krankenhaus von Ampana behandeln lassen wollte. Die Überfahrt muss für ihn sehr schmerzhaft gewesen sein. Die Wellen waren zwar schon wieder viel sachter, mit dem üblichen spiegelglatten Meer, wie bei unserer Anreise, war es diesmal aber kein Vergleich. Außerdem roch es an Bord ziemlich nach Durians. Keine gute Kombi in Sachen Reiseübelkeit, kann ich euch verraten.

In Ampana angekommen, musste ein neuer Flug organisisert werden. Was ohne indonesisches Bankkonto ein Unterfangen von mehreren Stunden war und schließlich nur mit einem hilfsbereiten Taxiunternehmer überhaupt möglich war. Als das schließlich geschafft war, stellte sich raus, dass es auf der Straße zu unserem Zielort Luwuk eine Baustelle gibt, die immer nur zwei Stunden für eine Fahrtrichtung geöffnet ist. Die Baustelle war ca. eine halbe Stunde entfernt und das Zeitfenster Richtung Luwuk ging gerade zu Ende. Also mussten wir nochmals zwei Stunden warten, bevor wir mit einem Fahrer, der anscheinend leider schon etwas zu häufig “ The Fast and the Furious“ geschaut hatte, weiterreisen konnten. Schließlich waren wir heilfroh das „Rennen“ nach Luwuk gesund und lebendig überstanden zu haben. Dort gönnten wir uns eine Nacht in einem schicken Hotel mit Pool, bevor es mit dem Flugzeug zurück nach Manado und später weiter nach Malaysia ging.

Transport in Sulawesi

Das Reisen in Sulawesi ist ziemlich beschwerlich. Es gibt kaum öffentliche Verkehrsmittel und die Straßen sind nicht sehr gut ausgebaut. Wir haben uns daher entschieden innerhalb der Insel längere Strecken mit dem Flugzeug zurückzulegen. Die Planung und das Buchen der Flüge ist leider jedoch sehr umständlich und teilweise für Touristen überhaupt nicht vorab online möglich.

Für kürzere Strecken haben wir mit der App Grab – dem lokalen Uber – private Fahrer gebucht. Zwischen der Hauptinsel und den kleineren Inseln haben wir uns mit einer Fähre und Wassertaxis bzw. gecharterten kleinen Booten fortbewegt.

Europäische Touristen fallen auf

Als europäisch aussehende Familie fällt man auf Sulawesi sehr auf. Besonders unsere kleine Tochter bekam viel Aufmerksamkeit von Einheimischen und asiatischen Touristen. Mit ihren großen blauen Augen und blonden Haaren war sie oft so besonders für die Menschen, dass sie sie unbedingt anfassen und Fotos mit ihr machen wollten. Sie wurde manchmal wirklich wie ein kleiner Popstar behandelt. Da unsere Tochter sehr aufgeschlossen Fremden gegenüber ist, hat es ihr meistens nicht viel ausgemacht und sie hat freudig alle angelacht und für Fotos posiert. Manchmal wurde es aber auch ihr und uns als Eltern zu viel. Zum Beispiel wenn Leute sie auf den Schoß nehmen oder sie auf dem Arm umhertragen wollten.

In Sulawesi sorgt unser Kleinkindimmer wieder für Aufsehen

Fazit: Sulawesi mit Kleinkind

Für uns war die Zeit in Sulawesi etwas ganz Besonderes und wir werden sicher noch lange und viel davon erzählen. Auch wenn das Reisen dort nicht immer einfach ist, ein paar Risiken und viele Abenteuer bereithält, hat sich die Reise dorthin für uns mehr als gelohnt. Die Natur auf Sulawesi ist wunderschön und einzigartig. Die Menschen sind sehr freundlich und aufgeschlossen. Uns haben besonders die Togian Inseln mit ihren schneeweißen Stränden, der bunten Unterwasserwelt und dem einfachen, aber guten Leben in den beiden von uns besuchten Resorts fasziniert.

Hast du Fragen zu unserer Reise durch Sulawesi mit Kleinkind? Dann schreib mir gerne einen Kommentar.


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5 comments

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    • Danke dir! Ja, wir sind da sicher etwas risikobereiter als viele andere Familien. Ich denke, jeder sollte nur das machen, womit er sich wohlfühlt. Aber es lohnt sich auch immer wieder ein bisschen mutig zu sein :-)

      Reply
  • Wow, das ist mal ein selten ehrlicher Reisebericht! Am Anfang dachte ich „Geil, das müssen wir auch unbedingt machen!“. Aber dann klingt es wirklich so ehrlich, dass man einsehen muss: Abgeschiedenheit und Paradies am Traumstrand sind eben auch mit den entsprechenden Schwierigkeiten und Risiken verbunden. Da denkt man dann doch zweimal nach, was man sich von einer Reise erwartet und erhofft. Das macht eure Erlebnisse in der heutigen Zeit der Pseudo-Backpacker und „Influencer“ umso wertvoller!

    Viele Grüße
    Jenny

    Reply
    • Liebe Jenny,
      herzlichen Dank für dein tolles Feedback. Mir war es tatsächlich wichtig auch die nicht so schönen Aspekte darzustellen. Besonders im Hinblick auf die Togian Inseln kann es schnell passieren, dass man die traumhaften Bilder sieht und so verzaubert ist, dass man um jeden Preis hin will :-D Wir haben das tatsächlich vorab gut abgewägt und wussten schon relativ gut worauf wir uns einlassen. Wir hatten z.B. vorher schonmal ein mehrtägiges Inselhopping in Palawan gemacht, wo wir in einfachen Hütten (meist eher Zelten) zwischen Strand und Dschungel auf abgelegenen Inseln geschlafen haben. Mit Kind war es aber auch für uns das erste Mal.

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