Wandern mit Baby – Meine Tipps für wanderbegeisterte Eltern

Wandern mit Baby – Meine Tipps für wanderbegeisterte Eltern

Mein Mann und ich, wir lieben das Wandern. Wir haben uns beim Wandern kennengelernt und beim Wandern habe ich einen Heiratsantrag bekommen. Als dann das Weltreisebaby da war, stand für uns fest: Wir wollen auch mit Baby wandern gehen.

Obwohl wir das erste Jahr mit Baby bereits viel in den Bergen unterwegs waren, mussten wir uns natürlich erst langsam an die Sache rantasten und unsere Erfahrungen sammeln.

Meine Tipps zum Thema Wandern mit Baby habe ich im Folgenden für Dich zusammengefasst.

Wandern mit Baby: Was ist eine passende Wanderung mit Baby?

Das wichtiges zu Beginn: Lass es unbedingt langsam angehen! Das bedeutet, die Wanderung sollte eher kurz sein und wenig Höhenmeter haben. Ich würde die ersten unserer Wanderungen mit Baby eher als lange Spaziergang mit Bergblick bezeichnen.

Wanderung mit Baby (Spaziergang) am Walchensee mit 4 Wochen altem Baby

Spaziergang mit Baby am Walchensee mit einem vier Wochen altem Baby

Warum so zaghaft zu Beginn? Du musst zunächst selbst erst einmal schauen, wie fit Du Dich fühlst bzw. Deine Frau. Eine Schwangerschaft und eine Geburt sind auch für die Fittesten unter uns ziemlich anstrengend. Ich habe relativ lange gebraucht, bis ich mich wieder einigermaßen fit und wohl gefühlt habe.

Du solltest außerdem eine kurze Tour raussuchen, da Du testen musst, wie das Wandern mit Baby für Dich funktioniert bzw. wie Dein Baby es findet. Genauso wie wir alle, haben auch unsere Babys unterschiedliche Charakter bzw. unterschiedliches Temperament. Die einen (ver)schlafen eine Wanderung einfach nur, während andere Babys sehr interessiert sind und den Tapetenwechsel freudig begrüßen. Und wieder andere finden es doof, wenn ihnen ein kühler Wind um das Näschen bläst oder das Füttern nicht im gewohnten Umfeld stattfindet. Wir können uns unsere Babys nicht aussuchen. Je nachdem, wie Dein Baby tickt, hält so eine Wanderung unterschiedliche Herausforderungen bereit.

Eine kurze Wanderung ist zu Beginn auch deshalb zu empfehlen, weil Du mit Baby grundsätzlich mehr Zeit einplanen musst. So wird aus einer Drei-Stunden-Tour schnell eine Fünf-Stunden-Wanderung. Alles fertig gepackt und alle angezogen? Dann kannst Dich darauf verlassen, dass Dein Baby nochmal gewickelt werden muss, obwohl Du eigentlich schon startklar in der Tür stehst. Oder es hat nach einer Pause auf der Krabbeldecke einfach gerade keine Lust wieder im Kinderwagen zu liegen oder zurück in die Trage bzw. Kraxe befördert zu werden. Bei uns hat das neue Familienmitglied ein Mitspracherecht und so dehnen wir Pausen gerne ein wenig länger aus, damit alle zufrieden sind.

Wandern mit Baby bedeutet ausgedehnte Pausen unterwegs

Wandern mit Baby bedeutet ausgedehnte Pausen unterwegs

Zu guter Letzt solltest Du auch bedenken, dass das Essen mit der Beikosteinführung ebenfalls länger dauern könnte. Mehr Infos dazu findest Du weiter unten in diesem Blogpost beim Thema Verpflegung.

Was genau „kurz“ und „wenig Höhenmeter“ für Dich bedeuten, dass kannst natürlich nur Du selbst entscheiden. Perfekt sind vor allem Touren, die sich flexibel erweitern lassen. Je nachdem wie fit Du Dich fühlst, kannst Du die Tour dann entsprechend verlängern. Bezüglich der Länge einer Wanderung musst Du außerdem für Dich entscheiden, wie lange Du Dein Baby in der Trage bzw. Kraxe sitzen lassen möchtest bzw. wie lange Dein Baby dies mitmacht.

Bei der Suche nach einer passenden Wanderung mit Baby solltest Du außerdem die folgenden zwei Punkte beachten:

  • Das Wetter: So schön die Aussicht oberhalb der Baumgrenze sein mag, so unerbittlich kann hier die Sonne brennen und schattige Plätzchen sind Fehlanzeige. Da ist es bei einer Wanderung – vor allem mit sehr jungem Baby – wesentlich schöner, im Wald unterwegs zu sein. Wald spendet nicht nur Schatten, sondern kann z.B. auch vor einem kalten Wind guten Schutz bieten.
  • Die Fortbewegung: Wie wirst Du mit Deinem Baby wandern? Wenn Du Dich dafür entscheidest, einen Kinderwagen mitzunehmen, dann ist klar, dass Du eine Wanderung raussuchen musst, deren Wege entsprechend beschaffen sind, damit Du diese mit dem Wagen befahren kannst. Auch beim Wandern mit Baby in der Trage solltest Du darauf achten, dass die Wanderung leicht ist. Wenn Du das Baby vorne trägst, dann ist Dein Sichtfeld auf Deine Füße durchaus eingeschränkt. Steile, rutschige Passagen im Abstieg sind daher nicht zu empfehlen und auch Kletterpassagen sind fehl am Platz, solange das kleine Baby noch in der Trage sitzt. Mit der Kraxe sieht das schon etwas anders aus, denn diese trägst Du wie einen normalen Rucksack. Du musst selbst entscheiden, wie viel Du Dir mit dem Gewicht auf dem Rücken zutraust. Mehr zum Thema Transport des Babys findest Du im nächsten Abschnitt.

Vier persönliche Tipps zur Wahl einer geeigneten Wanderung:

  • Nimm auch auf leichten Touren Wanderstöcken* mit. Zusätzlicher Halt ist immer von Vorteil, denn schließlich willst Du mit Deinem Baby keinesfalls ausrutschen.
  • Wanderungen mit Seilbahn: Obwohl wir persönlich versuchen Berge mit Seilbahnanschluss zu meiden – uns ist dort einfach zu viel los – ist eine Seilbahn eine gute Option, eine Tour schnell zu verkürzen, wenn nicht alles so läuft wie geplant. Mit Seilbahn kannst Du Dir natürlich auch den anstrengenden Aufstieg ersparen.
  • Trau Dich! Trau Dich einfach! Ich weiß, dass ist leichter gesagt als getan. Wir haben selbst sehr lange probiert. Und wieder probiert. Und nochmals probiert. So haben wir zwar viele kleine Wanderungen mit Baby unternommen, uns aber im ersten Sommer quasi nicht an eine größere Tour getraut. Erst als unser Baby fast ein Jahr alt wurde, haben wir unseren ersten Gipfel mit ihr bestiegen.
  • Wähle eine bekannte Tour: Du kannst zu Beginn auch eine bekannte Tour auswählen. Dann weißt Du, zumindest wegtechnisch, was auf Dich zukommt und kannst entspannt die ersten Wanderungen mit Baby angehen.

Wandern mit Baby: Wie transportierst Du das Baby auf einer Wanderung?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Baby beim Wandern zu transportieren.

Kinderwagen

Zu unseren ersten Wanderungen haben wir immer den Kinderwagen mitgenommen. Wobei das Wort „mitgeschleppt“ dem schon besser gerecht wird. Irgendwie dachten wir als Eltern, dass es ohne Kinderwagen nicht geht. Und das, obwohl unser Baby den Kinderwagen ab der sechsten Woche lautstark abgelehnt hat. So nach dem Motto: Bäume von unten betrachten geht gar nicht. Mama, hol mich hier raus. Etwas später waren wir da schon klüger und haben den Kinderwagen beim Wandern und auch während unserer ersten sechswöchigen Elternzeitreise gleich ganz daheim gelassen.

Wandern mit Baby im Kinderwagen

Wandern mit Baby im Kinderwagen

Wandern mit Baby im Kinderwagen geht ziemlich gut, wenn sich Dein Baby im Kinderwagen wohl fühlt. Der Nachteil ist, dass Du bei der Wahl der Wandertour recht eingeschränkt bist und Du genau recherchieren musst, ob eine bestimmte Wanderung in Frage kommt. Du brauchst eine Straße bzw. einen guten Forstweg. Wege mit vielen Wurzeln oder gar Treppen kommen nicht in Frage. Der Vorteil beim Wandern mit Kinderwagen ist, dass Du viel Stauraum hast. Denke allerdings daran, dass Du Baby, Kinderwagen und Gepäck den Berg hoch- und wieder herunterbekommen musst.

Ganz wichtig ist natürlich die Wahl eines geeigneten Kinderwagens. Sehr gut eignen sich Modelle mit drei Rädern, die gut gefedert sind und eine Handbremse haben, wie z.B. ein Thule Kinderwagen* mit passender Babywanne für die ganz jungen Babys. Alternativ kannst Du auch einen Fahrradanhänger* zweckentfremden. Für die Kleinsten gibt es passende Kindersitze*, mit denen der Anhänger noch aufgerüstet werden kann.

Trage/Tragetuch

Wie bereits oben erwähnt, hatten mein Baby und der Kinderwagen kein allzu gutes Verhältnis. Ich hatte durch und durch ein Tragebaby und war an das Tragen demnach bereits gewöhnt. Das Wandern mit Baby in der Trage funktioniert hervorragend. Zu Beginn hatten wir unsere Kleine noch vor dem Bauch, bereist ab drei Monaten sind wir dann beim Wandern auf das Tragen auf dem Rücken umgestiegen. Sie fand es toll und für uns bzw. unseren Rücken war es sehr angenehm.

Wandern mit Baby in der Trage

Wandern mit Baby in der Trage

Für welche Trage Du Dich entscheidest, bleibt natürlich Dir überlassen. Wir hatten eine Manduca, die laut Hersteller ab Geburt genutzt werden kann und waren sehr zufrieden damit. Informiere Dich vorher, welche Trage für Dich in Frage kommt und probiert vielleicht sogar verschiedene Tragen oder auch ein Tragetuch in einem Fachgeschäft aus. Die gängigsten Modelle, die ich immer wieder sehe, sind die folgenden: Manduca*, Rukeli*, Ergobaby* und Marsupi*.

Wandern mit Baby in der Trage bzw. im Tragetuch hat den Vorteil, dass Du bei der Wahl der Wanderwege frei bist. Der Weg muss nicht für den Kinderwagen beschaffen sein. Außerdem musst Du keinen Kinderwagen mitschleppen oder wie wir zu sagen pflegten: Der Berg raufprügeln. Das kann nämlich ganz schön anstrengend sein.

Wandern mit Baby Geeignete Wanderung finden

Treppen? Wurzeln? Mit dem Baby in der Trage kommst Du überall hoch.

Bedenke allerdings, dass durch den fehlenden Kinderwagen auch Stauraum wegfällt und die mitwandernde Person das komplette Gepäck alleine tragen muss. Mit Baby neigt man häufig dazu, ziemlich viel einzupacken. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was ich zu Beginn für eine monströse Wickeltasche hatte, ohne die ich nie aus dem Haus gegangen bin. Mit der Zeit bzw. mit wachsender Erfahrung verringert sich dann zum Glück auch das Baby-Gepäck.

Ein weiterer Vorteil beim Wandern mit Baby in der Trage ist, dass Du Dein Kind direkt am Körper trägst. Es profitiert von Deiner Körperwärme und Du weißt immer ganz genau, wie es sich gerade fühlt.

Dieser Körperkontakt kann allerdings auch zu einem Nachteil werden, wenn Du sehr schnell und sehr stark schwitzt. Ein strammer Aufstieg bei warmen Wetter mit dem Körper des Babys direkt auf dem Rücken, war bei uns ein Garant für nassgeschwitzte Kleidung, die natürlich auch nicht wieder trocknen kann. Häufig wird hier das Argument der Verdunstungswärme, die schließlich kühlen soll, gebraucht. In meinen Augen wenig sinnvoll, denn kühlen kann die Feuchtigkeit nur, wenn sie verdunstet. Da das Baby allerdings direkt an einem ‚klebt“, funktioniert das nicht. Wir haben unser Baby beim Wandern deswegen schon mehr als einmal umgezogen. Außerdem hatten wir auch immer ein großes Tuch dabei, um sie sofort einwickeln zu können, wenn ihre Kleidung mal wieder durchgeschwitzt war und wir sie aus der Trage genommen haben. Wir persönlich waren deswegen froh, als wir auf die Kraxe umsteigen konnten.

Kraxe

Was ist eigentlich eine Kraxe? Hier in München wissen eigentlich alle, was eine Kraxe ist. Meine Verwandtschaft außerhalb von Bayern hatte allerdings keine Ahnung. Deswegen hier kurz zur Erklärung: Eine Kraxe ist ein Tragerucksack, in dem das Baby aufrecht sitzt. Die Eltern tragen diesen wie einen normalen Rucksack.

Wandern mit Baby Südtirol

Wanderurlaub mit Baby in der Kraxe in Südtirol

Ab wann kannst Du beim Wandern mit Baby eine Kraxe verwenden? Wir haben unser Baby das erste Mal mit elf Monaten in die Kraxe gesetzt. Davor sind wir ausschließlich mit einer Babytrage gewandert. Mit elf Monaten konnte sie bereits mehr als drei Monate selbstständig sitzen und auch krabbeln. Außerdem war sie schon viel „robuster“. Du solltest die Kraxe frühestens nutzen, wenn Dein Baby selbständig sitzen und den Kopf heben kann.

Eine Kraxe hat verschiedene Vorteile. Zum Beispiel sieht das Baby viel mehr. Unsere Maus fand diesen Umstand ab der ersten Tour fantastisch und hat sich richtig gefreut. Mit elf Monaten hatte sie nämlich keine Lust mehr auf die Trage und hat sich richtig aus dieser herausgewunden. Wir sind wirklich froh, dass sie die Kraxe so gut angenommen hat. Denn sonst hätten wir als wanderbegeisterte Eltern ein kleines Problem, mit dem wir allerdings nicht alleine gewesen wären. Warum Wandern mit Kindern nämlich nicht immer eine gute Idee ist, kannst Du hier auf dem Blog Weltwunderer von Jenny nachlesen.

Ein weiterer Vorteil beim Wandern mit Baby in der Kraxe ist, dass die Tragerucksäcke Platz für Gepäck vorsehen. So kannst Du theoretisch auch Wandertouren alleine mit Deinem Baby unternehmen. Falls ihr zu dritt unterwegs seid, dann muss nicht einer das komplette Gepäck für alle tragen, sondern ihr könnt z.B. die Babysachen in der Kraxe verstauen.

Sitzt das Baby in der Kraxe, klebt es nicht direkt an Dir dran. Vor allem im Sommer oder bei anstrengenderen Touren schwitzt Du somit Dein Baby nicht nass. Wie bereits beim Punkt Trage/Tragetuch erwähnt, finde ich dies eine unangenehmen Situation für das Baby und den Tragenden.

Der Nachteil der Kraxe ist eindeutig ihr Gewicht bzw. die Gewichtsverteilung. Mit elf Monaten wiegt unser Baby gerade mal 8 Kilogramm. In der Trage direkt auf dem Rücken kann ich dieses Gewicht sehr gut tragen. Aber mit Baby in der Kraxe habe ich nach 500 Metern bereits kapituliert. Der Tragerucksack selbst wiegt ca. 2,8 Kilogramm und dann noch das Baby darin, dass war mir zu schwer. Dazu kommt, dass das Gewicht des Babys in der Kraxe nicht optimal verteilt ist. Beim Packen eines Rucksacks gilt: Die schweren Dinge direkt an den Rücken und nicht zu hoch oder zu tief im Rucksack zu verstauen. Das ist bei der Kraxe nicht der Fall. Mein Mann hat zum Glück bezüglich des Gewichts noch nie eine Miene verzogen.

Wandern mit Baby in der Kraxe: Ganz schön anstrengend.

Wandern mit Baby in der Kraxe: Ganz schön anstrengend.

Ein kritischer Artikel zum Thema Wandern mit Baby in der Kraxe kannst Du auf dem Online Reisemagazin KidsAway hier nachlesen. In dem Bericht wird vor allem die schlechte Sitzposition für das Baby bemängelt. Sicherlich ein wichtiger Aspekt, den Du beim Kauf einer Kraxe bachten solltest.

Wir selbst haben uns für die Trage Deuter Kid Comfort 2* entschieden. Alternativ hatten wir auch mit dem Tragerucksack von OSPREY* geliebäugelt. Lass Dich am besten in einem Fachgeschäft beraten und probiere die verschiedenen Kraxen dort gleich aus.

Wandern mit Baby alternative Tragemöglichkeit2

Alternative Tragemöglichkeit, falls das Baby mal keine Lust mehr hat

Wandern mit Baby: Die richtige Kleidung

Was genau Du Deinem Baby beim Wandern anziehst, ist einerseits davon abhängig, wie warm bzw. kalt es ist und andererseits, wie Du Dein Baby beim Wandern transportierst. Braucht Dein Baby eigentlich spezielle Funktionskleidung? Ich bin der Meinung, dass dies nicht notwendig ist.

Bei einer Wanderung mit Kinderwagen ist die Wahl der Kleidung recht einfach: Du ziehst dem Baby einfach das an, was Du ihm auch bei jedem Spaziergang von der Haustüre anziehst. Bedenke immer, dass sich das Baby beim Wandern, im Gegensatz zu Dir, nicht bewegt und ihm somit schneller kalt werden kann.

Trägst Du Dein Baby in der Trage kommt es bei der Wahl der richtigen Kleidung stark auf das Wetter an. Meine persönliche Erfahrung beim Wandern mit Baby in der Trage ist, dass sich die Übergangsjahreszeiten für Touren am besten eignen. Da man nicht gleich so schwitzt, ist es für einen selbst bzw. das Baby keine nasse, aneinanderklebende Angelegenheit. Mit Deiner Körperwärme kannst Du das Baby allerdings wunderbar warmhalten, wenn doch ein kühles Lüftchen aufzieht.

Das Weltreisebaby ist Ende April geboren. Als wir uns an die ersten Wanderungen ohne Kinderwagen getraut haben, war es bereits sehr warm bzw. teilweise so heiß, dass sie meistens einfach nur einen kurzen Body anhatte. So waren ihre nackten Ärmchen bzw. Beinchen allerdings völlig schutzlos der Sonne ausgesetzt. Wenn sie schlief haben wir dann ein großes Moltontuch* (auch als Spucktuch oder Windel bekannt) an der Trage befestigt, so dass sie ein wenig besser vor der Sonne geschützt war. Das Tuch war auch durchaus praktisch, um sie schnell einzuwickeln, wenn wir sie aus der Trage genommen haben, sie nasse Kleidung hatte und ein leichter Wind ging. Außerdem haben wir ab und zu den Kinderwagensonnenschirm einfach zweckendfremdet. Da die Trage dann allerdings an ihren nackten Beinchen gerieben hat, bin ich schnell dazu übergegangen, ihr eine ganz dünne Hose anzuziehen.

Wandern mit Baby Großes Moltontuch

Das Baby in seiner nassen Kleidung fühlt sich wohl in seinem Moltontuch

Wandern mit Baby Sonnenschutz durch Tücher

Das schlafende Baby in der Trage haben wir mit Tüchern vor der Sonne geschützt

Wandern mit Baby und Sonnenschirm

Wandern mit Baby und Sonnenschirm

Eine Mütze für das Baby ist natürlich immer Pflicht. Entweder als Sonnenschutz oder zum warm halten bei kälteren Temperaturen bzw. bei Wind. Vor allem im Sommer eignet sich eine Schirmmütze mit Nackenschutz hervorragend, um das Gesicht und den Nacken des Babys vor der Sonne zu schützen. Praktisch ist auch eine Mütze zum Zubinden, da Dein Baby diese höchstwahrscheinlich nicht unbemerkt vom Kopf ziehen kann und diese alleine im Wald zurückbleibt.

Wandern mit Baby Kleidung

Eine praktische Schirmmütze

Achte bei einer Wanderung darauf, dass die Hände und vor allem die Füße des Babys nicht kalt werden. Ich hatte für unsere Maus, als es kälter wurde, diese Baby-Schuhe* aus Microfleece gekauft, die häufig genutzt wurden. Außerdem sehr lange im Einsatz – nicht nur beim Wandern – war ein Babyoverall* mit Klappbündchen an Armen und Beinen. Beachte allerdings, dass die Hosenbeine in der Trage „hochrutschen“ werden und Du wahrscheinlich die Klappbündchen an den Füßen nicht nutzen kannst. Der Anzug muss also entweder entsprechend groß sein oder Du nimmst erwähnte Schuhe mit. Bei solch einem Anzug gibt es nur an oder aus bzw. ganz oder gar nicht. Du solltest deswegen eine extra Jacke im Gepäck haben, falls Du Deinem Baby den Anzug ausziehen möchtest.

Wandern mit Baby im fast noch Winter

Wandern mit Baby im Fast-Frühling

Was ich beim Wandern mit Baby in der Trage nicht hatte war eine Tragejacke* bzw. ein Cover*, welches über die Trage gelegt werden kann. Wir waren im Oktober auf Elternzeitreise in Italien und Frankreich mit wunderbar milden Temperaturen. Im „richtigen“ Winter haben wir auf das Wandern, auch wegen Dauerschnupfen, verzichtet. Falls Du aber vorhast im Winter mit Baby in der Trage wandern zu gehen, dann kannst Du einen tollen Winterwander-Erfahrungsbericht inklusive Packliste für Baby und Mama bzw. Papa auf dem Blog Outdoorpashionist nachlesen.

Beim Wandern mit Baby in der Kraxe musst Du bedenken, dass das Baby nicht durch Dich gewärmt wird, wie es bei der Trage der Fall ist. Das Baby muss genauso wie Du, dem Wetter „trotzen“, ohne sich dabei wirklich zu bewegen. Wie wir Erwachsenen sollte das Baby gemäß Zwiebelprinzip angezogen sein. Überprüfe regelmäßig, wie warm bzw. kalt Deinem Baby ist. Dazu am besten in den Nacken fassen.

Wichtig: Immer(!) ein komplettes Set Wechselklamotten dabeihaben! Im Sommer in der Trage ist die Kleidung Deines Babys schnell durchgeschwitzt und Du willst ihm sicherlich unterwegs etwas Trockenes anziehen. Außerdem immer genügend warme Kleidung einpacken, vor allem, wenn das Baby schon in der Kraxe sitzt.

Seit unser Baby krabbeln konnte bzw. seine ersten Schritte unternommen hat, haben wir beim Wandern außerdem noch eine Matschose* eingepackt, die in den Pausen zum Einsatz kam.

Obwohl ich hier nun doch ganz schön viel Text über die richtige Kleidung beim Wandern mit Baby geschrieben bzw. meine Erfahrungen mit Dir geteilt habe, bin ich mir sicher, dass Du das mit gesundem Menschenverstand schon hinbekommst. Wir Eltern sorgen uns ja in der Regel schon sehr stark für das Wohlergehen unserer Kleinen.

Wandern mit Baby: Verpflegung unterwegs

Was musst Du beim Thema Verpflegung beim Wandern mit Baby bedenken? Im Grunde nicht viel. Unterwegs bekommt Dein Baby das Gleiche, wie daheim auch. Ich habe gestillt. Das war natürlich einfach. Brust raus, Baby ran, fertig. Wie einfach das war, wurde mir erst klar, als wir mit der Beikost angefangen haben bzw. als unser Baby mit 8,5 Monaten dann jede Form von Brei verweigert hat.

Gerade während der Einführung der Beikost mussten wir beim Wandern sehr viel Zeit für die Mittagspause einplanen. Während das Baby daheim den Mund nicht weit genug aufbekommen konnte, war die Ablenkung unterwegs einfach zu groß. So ein Wald kann aber auch Interessant sein. Und wenn dann noch andere Wanderer vorbeikamen, dann war der Hunger erstmal schnell vergessen.

Um den Brei unterwegs warm zu machen, hatten wir zunächst diesen Thermo Flaschenwärmer* dabei, der sich auch für das Aufwärmen von Milch eignet. Der Brei war damit recht schnell aufgewärmt und warmes Wasser auch immer mit im Gepäck. Später sind wir dann auf diese Warmhaltebox* umgestiegen. Damit erwärmst Du den Brei schon daheim und unterwegs kann es gleich losgehen, wenn das Baby Hunger hat. Manche Babys haben bei akutem Hunger recht wenig Geduldspotenzial was die Stille in der Natur durchaus beeinträchtigen könnte. Außerdem sparst Du Platz und Gewicht.

Wandern mit Baby Thermo Flaschenwärmer

Unser Thermo Flaschenwärmer im Einsatz

Während ich noch gestillt habe, habe ich dem Baby keinen Tee oder kein Wasser zusätzlich gegeben. Auch nicht an warmen Tagen. Ich habe ihr allerdings öfters die Brust angeboten, damit sie ihren Durst stillen konnte. Ab Beikostzeit war natürlich immer Tee oder Wasser mit im Gepäck.

Nachdem mein Baby ab acht Monaten angefangen hat den Brei mehr oder weniger komplett zu verweigern, aber erst zwei Zähne hatte, habe ich das Internet nach passenden Rezepten durchsucht, die das Kind bereits essen kann und die auch meiner Vorstellung von gesunder Ernährung entsprechen. Dabei bin ich auf das Thema BLW (Baby Lead Weaning) gestoßen und habe unheimlich tolle Rezepte für alle Babys, die unbedingt selbst essen wollen, gefunden.  Meine Klassiker daheim und auch beim Wandern möchte ich hier gerne mit Dir teilen: Müsli-Muffins, Zucchini Bites, Dinkelnudeln mit Spinat und Frischkäse und Dinkelwaffeln mit Äpfeln. Schmeckt bei uns auch den großen Wanderern.

Seit unser Baby ein Jahr alt ist, verzehrt sie in der Regel das, was wir auch essen. Allerdings braucht sie zu lange, um von einem Brötchen satt zu werden. Deswegen bekommt sie beim Wandern einfach eine Portion Nudeln, während wir unsere Brotzeit essen.

Wandern mit Baby Warmhaltebox mit Nudeln

Wandern mit Baby und Nudeln in der Warmhaltebox

Wandern mit Baby: Wie hoch darfst Du mit Baby wandern?

Als Faustregel gilt, dass Du mit Deinem Baby nicht höher als 2000 m wandern sollst. Die tatsächliche Höhe sagt allerdings zunächst recht wenig aus. Denn hierbei kommt es auch darauf an, wie hoch ihr generell wohnt und auch auf den Höhenunterschied, den Du mit Deinem Baby bei einer Wanderung zurücklegst. Wir waren direkt mit 12 Wochen altem Baby auf fast 2.000 m und der Maus hat es überhaupt nichts ausgemacht. Außerdem sind wir mehr als einmal mit ihr Seilbahn gefahren, was sie sehr spannend fand.

Wandern mit Baby Erste Seilbahnfahrt

Die erste Seilbahnfahrt war sehr spannend

Ziemlich häufig hört man den Tipp, das Baby während der Fahrt mit der Seilbahn zu stillen oder es an einer Flasche bzw. einem Schnuller nuckeln zu lassen, damit es die Höhendifferenz besser ausgleichen kann. Wie beim Fliegen übrigens auch. So die Theorie. Meine Praxiserfahrung: Mit meinem Baby hat das nicht funktioniert. Den Schnuller hat sie schon immer verweigert und eine Flache hatten wir erst dabei, als ich tagsüber nicht mehr stillte. Getrunken hat sie nur, wenn sie das wollte und nicht, wenn ich ihr z.B. in der Seilbahn die Flasche in den Mund steckte. Und stillen? Mein Baby so: Weg mit der Brust, hier gibt es viel zu viel zu sehen. Soviel zu Theorie und Praxis.

Wandern mit Baby: Packliste

Kleine Packliste für das Wandern mit Baby ohne Kinderwagen (hier geht es nur um die Babyausrüstung)

  • 3 Windeln (Falls dir das zu wenig erscheint, dann lasse eben noch ein paar im Auto)
  • Eine kleine Packung Feuchttücher
  • Zwei kleine Tüten für die benutzte Windeln
  • Wickelunterlage (Wir hatten die Unterlage aus der Wickeltasche dabei)
  • Sonnencreme (Eine große Tube kann auch in einen kleinen Behälter umgefüllt werden)
  • Ein zweiter Hut (So ein Hut kann schnell verloren gehen)
  • Ein großes Moltontuch
  • Essen (Je nachdem, in welcher „Essensphase“ sich Dein Baby befindet, nimmst Du entsprechendes Essen mit)
  • Lätzchen
  • evtl. Besteck
  • Taschentücher (Braucht man immer)
  • 1 komplettes Set Wechselkleidung. Je nach Wetter weitere „Lagen“.
  • Matschhose
  • Trinkflasche (ab einem Jahr hat unsere Maus auch gerne an dem Schlauch der Trinkblase mitgetrunken)
Wandern mit Baby Trinken

Aus der Trinkblase der Erwachsenen schmeckt das Wasser natürlich viel besser

Wandern mit Baby: Sonnenschutz

Zum Thema Sonnenschutz kann ich nur meine persönliche Meinung bzw. Erfahrung mit Dir teilen, denn Experte bin ich hier ganz und gar nicht. Wir haben nicht auf Sonnencreme beim Baby verzichtet, sondern diese bereits ab dem dritten Monat benutzt. Natürlich habe ich immer darauf geachtet, mein Baby mit Kleidung zu schützen, aber auch dünne Kleidung kann an heißen Tagen einfach unangenehm sein. Und selbst komplett eingepackt müssen meines Erachtens der Nacken, das Gesicht und die Hände mit Sonnencreme geschützt werden.

Ich habe mich für die Sonnencreme von alverde* für Babys entschieden. Diese enthält rein mineralische Filter und ist deswegen entsprechend „schlecht“ aufzutragen. Wenn Du Dich mit diesem Thema intensiver auseinandersetzen möchtest, dann empfehle ich Dir folgenden Blogartikel bzw. folgendes PDF auf dem Blog Skincareinspirations.

Meine ersten Wanderungen mit Baby

Unsere ersten Wanderungen mit Baby in chronologischer Reihenfolge.

  • Wanderung am Walchensee (Unser Baby ist 4 Wochen alt)
  • Wanderung Lengries entlang der Isar und ein Abstecher zum Achensee (Unser Baby ist 5 Wochen alt)
  • Wanderung am Spitzingsee zur Albert-Link-Hütte und zur unteren Firstalm (Unser Baby ist 10 Wochen alt)
  • Wanderung auf die Aueralm (Unser Baby ist 11 Wochen alt)
  • Eine Woche Urlaub in Lana, Südirol (Unser Baby ist 12 Woche alt)
  • Wanderung auf den Herzogstand (Unser Baby ist 4 Monate alt)
  • Wanderung am Gardasee (Unser Baby ist 5 Monate alt)
Wandern mit Baby am Gardasee

Wandern mit Baby am Gardasee

  • Wanderung auf Elba (Unser Baby ist 5 Monate alt)
Wandern mit Baby auf Elba

Wandern mit Baby auf Elba

  • Wanderung an der Cinque Terre (Unser Baby ist 5 Monate alt)
  • Erste Wanderung nach dem Winter auf den Seiseralm Hof (Unser Baby ist 10 Monate alt). Das war die letzte Wanderung mit Manduca.
  • Wanderurlaub auf Mallorca (Unser Baby ist genau ein Jahr alt)

Mein Fazit zum Thema Wandern mit Baby

In unserem ersten Wandersommer mit Baby sind wir relativ zaghaft gewandert. Erst als das Weltreisebaby ein Jahr wurde, haben wir so richtig losgelegt. Das ist natürlich auch ihrem Geburtstag geschuldet. Ende April geboren, war sie in der ersten Wandersaison einfach noch sehr klein.

In der nächsten Wandersaison, die für uns genau ein Jahr später mit Beginn des Kleinkindalters auf Mallorca begann, war sie entsprechend „robuster“ und wir haben richtig große Touren in Mallorca, Irland, Slowenien, Südtirol und ganz viel in den Alpen unternommen, denn: Sie liebt die Kraxe.

Mit 14 Monaten konnte sie dann selbst laufen und hatte in den Wanderpausen richtig ihren Spaß. Auch das Thema Essen wurde für alle viel einfacher, denn so eine Portion Käsespätzle bzw. ein Kaiserschmarrn schmeckt auch schon den jüngsten Wanderern.

Wandern mit Baby wanderbegeisterte Eltern

Wandern mit Baby. So sehen wanderbegeisterte Eltern aus.

Jetzt bin ich gespannt auf Deine Erfahrungen zum Thema Wandern mit Baby? Rein damit in die Kommentare.


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Author

Hi, ich bin die Steffi: Reisende, Frischluftsüchtige, Bewegungsjunkie, Bergliebhaberin, Aussichten-Genießerin, Mama des Weltreisebabys und Autorin des Reiseblogs a daily travel mate. Der Reiseblog für große und kleine Aktiv-Reisende.

6 comments

  • Hey Steffi,
    Thema umfassend „erschlagen“, würde ich sagen. Super Beitrag! Unsere Große hatte die Trage ja noch eher verweigert als eure und mag die Kraxe erst so recht, seit sie 1,5 ist. Die Kleine ist immer noch in der Trage glücklich. So verschieden sind sie halt. Mit zwei Tragekindern tut sich noch mal eine ganz dicke Gepäckproblematik auf. Wechselwäsche nehmen wir nur das Mininum mit (Body zB), Wickelunterlage gibt es teils gar nicht, da tut’s auch meine Jacke. Wir sind beim Essen zB auch ganz pragmatisch. Wir lassen unterwegs irgendwo aufwärmen, und wenn sich in der Einöde mal nichts findet, gibt’s halt erst den Nachmittagsbrei oder zur Not auch mal kalte Küche. Unsere Kinder moppern nicht, wenn mal an einem Tag der übliche Essensplan geändert wird.
    LG, Nicole

    Reply
    • Liebe Nicole,
      du hast sowas von Recht. Mit hat die Flut an Wörtern, die da aus mir herausgepurzelt ist, ebenfalls total erschlagen. Hilfe. Vielen Dank für das Lob und die Ergänzungen.
      Die Kleinen sind wirklich immer so unterschiedlich. Ich kann mir gut vorstellen, dass es mit zwei Kids bei einer Wanderung wirklich nochmal anders aussieht. Am Wochenende waren wir auch mit einem Paar mit zwei Kindern wandern. Da muss man sich wirklich sehr stark einschränken, was das Gepäck anbelangt. Und wenn eure Kleine noch in der Trage sitzt, dann sowieso.
      Das Thema Essen ist ja auch immer so eine Sache. Wahrscheinlich wird man da als Mama beim zweiten entspannter.
      Liebe Grüße Steffi

      Reply
  • Ich muss ehrlich sagen ich habe den Beitrag jetzt nicht komplett gelesen (bin ja auch keine Mama) aber ich find es toll dass ihr die Kleine mitnehmt auf eure Touren. Das letzte Foto von euch 3 ist übrigens total entzückend, die Kleine ist ja voll „griawig“. Aber interessanter und sehr ausführlicher Beitrag – hilft sicher der einen oder anderen Wanderfamily

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