Wandern im Allgäu – Tipps und Tourenvorschläge einer Wanderbloggerin

Wandern im Allgäu – Tipps und Tourenvorschläge einer Wanderbloggerin


Wandern im Allgäu ist ein Gastbeitrag von Jana von A Tasty Hike – Der Wanderblog für Genießer


Seit genau fünf Jahren darf ich das Allgäu als meine Heimat bezeichnen und ich könnte nicht weniger stolz darauf sein! Das Allgäu befindet sich weit weg von jeglichen Großstädten und urbanen Lebensräumen.

Seinen Charme hat das Allgäu durch die vielen grünen Wiesen, die immer wieder von Wäldern und kleinen Höfen unterbrochen werden. Zudem sagt man, dass das Allgäu in den letzten Jahren die sonnenreichste Region Deutschlands war. Perfekt also für eine Sonnenanbeterin wie mich!

Was ich aber am Allgäu am allerliebsten mag, ist die Tatsache, dass diese Region es geschafft hat, mich von einer Flachlandtirolerin zum Wanderer zu machen.

Heute liebe ich es, am Wochenende raus zu gehen und die Natur beim Wandern in vollen Zügen zu genießen. Das war aber nicht immer so! Noch vor fünf Jahren brauchte es die Aussicht auf köstliches Hüttenessen, um mich aus dem Haus zu locken.

Glücklicherweise gehe ich heute freiwillig raus und weiß die Schönheit dieser Region richtig zu schätzen! Hey, ich lebe immerhin dort, wo andere Leute aus ganz Deutschland hinreisen um Urlaub zu machen! Wer kann das schon von sich behaupten?

Mit der Zeit habe ich bereits viele Wandertouren hier gemacht und da waren wirklich einige absolute Wanderhighlights mit dabei! Fünf dieser Highlights, möchte ich dir heute genauer vorstellen und hoffe, dass ich dich mit diesem Post dazu inspirieren kann, deine Wanderschuhe einzupacken und ins Allgäu zu kommen.

Aber bevor es damit losgeht, möchte ich erst einmal noch ein paar generelle Fragen zum Allgäu und dem Wandern hier klären:

Wie findest du geeignete Wandertouren im Allgäu?

Wanderbücher und Tourenvorschläge im Internet gibt es viele. Wir haben mit der Zeit aber die besten Tools für uns herausgepickt und können diese auch guten Gewissens weiterempfehlen.

Zum einen sind das die Wanderführer von Rother. Unserer Meinung nach die besten Wanderführer in Buchform. Für das Allgäu gibt es gleich 4 Stück, die jeweils ein Gebiet der Region abdecken. Wandermöglichkeiten gibt es im Allgäu nämlich viele. Da wird es mit einem Wanderführer schwierig, alle unterzubringen.

Das andere Tool, das wir zur Tourenplanung verwenden ist die App bzw. Website Outdooractive. Hier muss man unter Umständen ein bisschen suchen, weil es dort noch mehr Tourenvorschläge gibt, aber wenn man die Filter als Unterstützung einstellt, wird man auch hier recht schnell fündig.

Ansonsten lohnt es sich auch immer auf den Webseiten der jeweiligen Orte nachzuschauen, in denen ihr wandern gehen möchtet. Oberstaufen zum Beispiel, bietet auch super tolle Wanderroutenvorschläge.

Welcher Ort ist der beste Ausgangspunkt zum Wandern im Allgäu?

Im Allgäu gibt es super viele schöne Orte, die sich alle gut als Ausgangspunkt für das Wandern im Allgäu eignen. Wir leben in Leutkirch im Allgäu und das ist dann schon eher am Rand gelegen. Besser wäre es, wenn du dich an Orten wie Sonthofen, Oberstaufen, Immenstadt, Bad Hindelang, Oberstdorf, Oy-Mittelberg, Nesselwang oder Füssen orientierst. Rund um diese Orte findest du endlos viele Wanderrouten!

Wandern im Allgäu – Meine Top 5 Tourenvorschläge

Rauf zur Willer’s Alp, aber Vorsicht! Wilde Fräulein!

Die Willer’s Alp ist für mich von ganz besonderer Bedeutung! Deshalb möchte ich diese Tour auch gleich zu Beginn erwähnen. Die Wanderung dort hinauf markiert auch gleichzeitig meinen Weg von der Flachlandtirolerin zum Wanderer, denn dies war die erste richtige Wanderung, die ich in meinem Leben gemacht habe!

Wandern im Allgäu Willers Alpe2

Sie hat an meinen Kräften und Nerven gezogen, war aber gleichzeitig auch eine der schönsten Wanderungen, die ich hier im Allgäu gemacht habe.

Zugegeben, mit 600 Höhenmetern ist es nicht unbedingt die einfachste Tour, denn es geht auch die meiste Zeit recht steil bergauf. Trotzdem ist die Wanderung durch die Schönheit ihrer Landschaft unglaublich lohnenswert.

Los geht es in Hinterstein bei Bad Hindelang. Direkt am Wanderparkplatz beginnt der Aufstieg zur Willer’s Alpe. Nach ca. 20 Minuten erreichst du aber bereits den ersten Aussichtspunkt: Die Unterkunft der Wilden Fräulein. Man sagt, die wilden Fräulein haben hier in einer Höhle gelebt. Um zum Aussichtspunkt zu kommen, musst du eine kleine Leiter in einen Felsen hineinklettern.

Von hier aus geht es eigentlich nur noch bergauf. Der Weg wird zum Ende hin immer schmäler und anstrengender – aber es lohnt sich! Wenn du erst mal oben auf der Hochebene bist, gibt es nicht nur einen grandiosen Ausblick auf die umliegenden Berge und ins Tal, sondern auch einen kleinen See und eben die gemütliche Willer’s Alpe.

Die Willer’s Alpe ist eine der wenigen Hütten im Allgäu, die nicht durch eine Straße oder einen Lift mit dem Tal verbunden sind. Das heißt, dass die Besitzer, drei urige Brüder übrigens, alles, was dort verkauft wird, entweder selber herstellen, oder mühsam mit ihren Haflinger Pferden aus dem Tal den Berg hinauf transportieren müssen. Wenn man sich das klar macht, schmeckt die Brotzeit am Ende noch etwas besser.

  • Ausgangspunkt: Wanderparkplatz in Hinterstein bei Bad Hindelang
  • Gehzeit: ca. 3 Stunden
  • Höhenmeter: 600m
  • Schwierigkeit: Von der Technik her leicht, aber steil und deshalb etwas schwieriger für die Kondition.
  • Einkehrmöglichkeit: Willer’s Alpe

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Zum Neunerköpfle im Tannheimer Tal

Das Tannheimer Tal gehört geografisch gar nicht mehr zu Deutschland. Wie es aber auch einen baden-württembergischen Teil des Allgäus gibt, gibt es auch einen Teil, der sich in Österreich befindet. Dazu gehört zum Beispiel das Kleinwalsertal, welches tatsächlich auch gar nicht aus Österreich selbst zu erreichen ist, sondern nur über eine Straße von Deutschland aus, und eben auch das Tannheimer Tal.

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Hier gibt es eine besonders schöne Wanderung hinauf zum Neunerköpfle. Wanderanfängern empfehle ich, mit der Gondel vom Tannheimer Tal hoch auf den Berg zu fahren. Wer etwas geübter und konditionell stärker ist, kann auch die komplette Strecke laufen.

Von der Bergstation geht es dann erst einmal los zu einem kleinen Gipfel, den du bereits nach 20 Minuten erreichst: die Sulzspitze. Der Weg dorthin ist super einfach zu meistern, ist aber auch entsprechend der Einfachheit der Strecke sowie der Nähe zur Bergstation häufig sehr überlaufen.

Deshalb solltest du dich gleich wieder auf den Weg machen und weiter in Richtung Neunerköpfle wandern. Der Weg dorthin verläuft größtenteils auf ebener Strecke und bietet eine traumhaft schöne Wanderkulisse.

Am Neunerköpfle wanderst du dann erst einmal noch ein paar Meter vorbei und kehrst in der Gappenfeldalm zu einer köstlichen Brotzeit ein.

Danach geht es ein kurzes Stück auf dem gleichen Weg zurück und danach noch einmal 300 Höhenmeter rauf bis zum Neunerköpfle. Und das ist der Moment, der mich völlig aus den Socken gehauen hat, denn so eine tolle Aussicht hatte ich bis dato nur SEHR selten!

  • Ausgangspunkt: Bergstation Neunerköpfle
  • Länge der Wanderung: 10,2km
  • Gehzeit: ca. 5 Stunden (inkl. 1 Stunde Pause)
  • Höhenmeter: 890m
  • Schwierigkeit: Von der Technik her leicht, für die Kondition etwas schwieriger
  • Einkehrmöglichkeit: Gappenfeldalm und Grundhütte an der Bergstation

Wandern im Allgäu Neunerkoepfle2

Wandern im Allgäu Neunerkoepfle1

Das Kleinwalsertal von Baad aus erkunden

Kommen wir zu einem weiteren, in Österreich gelegenen, Teil des Allgäus: Dem Kleinwalsertal. Ich hatte es ja bereits oben erwähnt, dieses Tal liegt zwar in Österreich, ist aber tatsächlich nur von Deutschland aus zu erreichen. Bedeutet, dass jeder Österreicher, der das Kleinwalsertal aus anderen Teilen Österreichs besuchen möchte, immer einen Umweg über Deutschland machen muss. Früher, zu nicht-Euro-Zeiten war es sogar so, dass man im Kleinwalsertal mit DM zahlen konnte.

Wandern im Allgäu Kleinwalsertal1

Zum Wandern hat das Kleinwalsertal auf jeden Fall auch so einiges zu bieten! Ganz besonders empfehlen kann ich dir zwei Touren, die in Baad starten. Baad ist so in etwa das allerletzte Zipfelchen des gesamten Tals. Nur eine einzige Straße führt gefühlt dorthin und wenn du ankommst bist du im Grunde komplett umgeben von Bergen. Schon das ist sehr eindrucksvoll!

Vom Wanderparkplatz aus wandern die Wanderanfänger zur Bärgunthütte. Die Strecke hat zwar nur 180 Höhenmeter und ist nur 5,25km lang, ist aber landschaftlich ein wahrer Augenschmaus. Auch die Bärgunthütte ist einen Besuch wert. Dabei handelt es sich um die größte und älteste Hütte im ganzen Kleinwalsertal. Der hausgemachte Joghurt mit frischen Früchten ist ein absoluter Traum und unbedingt empfehlenswert!

Bist du schon ein etwas geübterer Wanderer, kannst du auch von Baad zum Walmendinger Horn auf 1.990 Meter Höhe wandern. Von Baad aus sind das in etwa 720 Höhenmeter, die auf einem recht steilen Weg durch den Wald zurückgelegt werden müssen. Kurz vor dem Walmendinger Horn kannst du hier in der Lüchle Alp einkehren! Ich empfehle hier auf jeden Fall die Speckknödelsuppe – eine der besten, die ich je gegessen habe! Runter ins Tal kannst du entweder wandern oder mit der Gondel fahren.

  • Ausgangspunkt: Parkplatz in Baad
  • Länge der Wanderung:
    Bärgunttalrunde: 5,24km
    Walmendinger Horn: 6,8km
  • Gehzeit:
    Bärgunttalrunde: 1 1/2 – Stunden (inkl. Pause)
    Walmendinger Horn: 2-3 Stunden (inkl. Pause)
  • Höhenmeter:
    Bärgunttalrunde: 180m
    Walemendinger Horn: 720m
  • Schwierigkeit:
    Bärgunttalrunde: Sowohl leicht in Technik als auch für die Kondition
    Walmendinger Horn: Von der Technik her leicht, für die Kondition etwas schwieriger
  • Einkehrmöglichkeit:
    Bärgunttalrunde: Bärgunthütte
    Walmendinger Horn: Lüchle Alp

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Rauf zum Hündle zur Krokusblüte

Die Krokusblüte bei Oberstaufen ist schon fast berühmt! Auf weiter Fläche erstrecken sich rund um den Hündlekopf große Felder, die im Frühjahr voll sind mit weißen und violetten Krokussen.

Wandern im Allgäu Huendle1

Um zum Hündlekopf zu gelangen, hast du zwei Möglichkeiten: Absolute Wanderanfänger nehmen die Hündlebahn und laufen dann gemütlich wieder runter, erfahrenere Wanderer oder solche, die es werden möchten, wandern vom Parkplatz aus den Weg andersherum bis zum Hündle rauf und nehmen dann entweder die Bahn runter oder laufen den steilen Serpentinenweg hinab.

Egal für welchen Weg du dich entscheidest, ein Besuch des Hündlekopfes lohnt sich wirklich in jedem Fall! Auch im Herbst ist es super schön hier, denn dann leuchten die umliegenden Wälder in den schönsten Gelb- und Orangetönen!

  • Ausgangspunkt: Parkplatz an der Hündlebahn
  • Länge der Wanderung: 10,1km
  • Gehzeit: 2 1/2 – 3 Stunden
  • Höhenmeter: 380m
  • Schwierigkeit: Von der Technik her leicht, für die Kondition eher im mittleren Bereich
  • Einkehrmöglichkeit: Hündle Stuben, Hubertusstube, Seppls Gartenwirtschaft & Sennalpe Bärenschwand

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Wandern im Allgäu Huendle2

Eistobel bei Maierhöfen – mal nicht hoch hinauf sondern ganz tief runter

Der Eistobel bei Maierhöfen bei Isny ist etwas ganz besonderes. Die Wanderung durch den Tobel ist ideal für Wanderanfänger, ist aber auch für Fortgeschrittene ein echtes Highlight!

Wo es sonst immer hoch hinaus geht bei allen Wanderungen, geht es in diesem Fall einmal in die entgegengesetzte Richtung. Nämlich bergab und noch tiefer ins Tal hinein.

Wandern im Allgäu Eistobel 1Vom Wanderparkplatz läufst du ein kurzes Stück auf einem steilen Weg bergab. Unten angekommen geht es durch den gesamten Tobel auf recht ebener Strecke weiter.

Im Tobel selbst findest du hinter jedem Baum und hinter jeder Ecke kleine Wasserstellen. Perfekt also für eine Sommerwanderung, denn im Tobel findest du nicht nur angenehme Temperaturen, sondern auch noch ideale Badebedingungen vor.

Nachdem du den Tobel durchquert hast, geht es nach einer Brücke wieder den Berg hinauf. Oben angekommen wanderst du noch eine kleine Weile durch Wiesen und Felder bevor du in einem kleinen Dorf diverse Einkehrmöglichkeiten vorfindest. Nach einer köstlichen Stärkung geht es dann weiter durch die Felder und einem kurzen Stück an der Bundesstraße entlang zurück zum Parkplatz!

Der Eistobel lohnt sich wohl auch im Winter sehr, allerdings benötigst du dann Schneeschuhe, denn der Weg liegt dann unter einer Schneedecke und ist teilweise mit Eis durchzogen. Das Eis und der Schnee im Tobel bieten aber wohl eine traumhafte Kulisse, an der man sich nicht satt sehen kann.

An Regentagen oder an den Tagen nachdem es geregnet hat, empfehle ich dir diese Wanderung allerdings nicht, da der Weg durch den Regen sehr rutschig sein kann. Komm lieber an einem schönen und trockenen Sonnentag.

  • Ausgangspunkt: Parkplatz am Eistobel bei Maierhöfen
  • Länge der Wanderung: 4,4km
  • Gehzeit: 1-2 Stunden
  • Höhenmeter: 170m
  • Schwierigkeit: Sowohl bei Technik als auch bei der Kondition leicht

Wandern im Allgäu Eistobel 2

Wandern im Allgäu Eistobel 3

Was ist die beste Jahreszeit zum Wandern im Allgäu

Im Allgäu kannst du im Grunde ganzjährig wandern, denn selbst im Winter gibt es einige tolle Winterwandermöglichkeiten. Rother hat dazu sogar einen extra Wanderführer herausgebracht.

Wir mögen es allerdings im Frühling sowie im Herbst am allerliebsten, weil die Natur dann einfach am schönsten ist und die Temperaturen am angenehmsten. Im Sommer kann es unter Umständen auch schon mal richtig heiß werden und dann lohnen sich eigentlich nur die Touren in den höheren Lagen. Zudem kommt, dass das Allgäu im Sommer ein beliebtes Urlaubsziel ist und es eben in vielen Orten sehr voll ist. Unterkünfte sind in dieser Zeit schwieriger zu bekommen und kosten auch mehr, als außerhalb der Hauptsaison.

Wandern im Allgäu – Mein Fazit

Im Allgäu lässt es sich zu jeder Jahreszeit wunderbar wandern. Die Region bietet für jeden Schwierigkeitsgrad passende Touren. Ob du nun gemütlich wandern oder deinen Körper fordern möchtest – die Auswahl an Touren ist riesig.

Warst du schon einmal im Allgäu wandern? Welche ist deine Lieblingstour? Verrate es mir in den Kommentaren!


Über Jana die Autorin:

Jana hat 2012 das Wandern für sich entdeckt und erkundet seit dem die Welt zu Fuß. Zusammen mit ihrem Mann, hat sie den A Tasty Hike Blog ins Leben gerufen auf dem sie regelmäßig von ihren Genusswanderungen berichtet. Sie möchte Menschen für das Wandern begeistern und ihnen zeigen, dass es wirklich für jeden die richtige Wanderroute gibt.

Am 31. August erscheint Janas erstes Buch „Wandern für Anfänger.“Darin enthalten sind alle Infos, die Wanderanfänger für den perfekten Start als Wanderer brauchen: Hilfreiche Tipps, Erfahrungsberichte, Wanderrouten für Einsteiger, Checklisten und vieles mehr!

Author

Hi, ich bin die Steffi: Reisende, Frischluftsüchtige, Bewegungsjunkie, Bergliebhaberin, Aussichten-Genießerin, Mama des Weltreisebabys und Autorin des Reiseblogs a daily travel mate. Der Reiseblog für große und kleine Aktiv-Reisende.

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