Perus Norden – 5 Städte, die einen Besuch wirklich lohnen!

Perus Norden – 5 Städte, die einen Besuch wirklich lohnen!

08-Anne_Going VagabondDies ist ein Gastartikel von Anne von Going Vagabond. Auf ihrem Blog berichtet Anne von ihren Reisen, Erfahrungen und möchte möglichst viele Menschen inspirieren, sich selbst und alles andere nicht immer allzu ernst zu nehmen, einfach mal loszulassen und die Welt zu entdecken.

Perus Norden – 5 Städte, die einen Besuch wirklich lohnen!

Die meisten Reisenden, die einen Trip nach Peru planen orientieren sich von Lima aus schnell Richtung Süden.

Völlig logisch, schließlich finden sich da die größten Touristenattraktionen des Landes und die Peru-Klischees in unserem Kopf werden nicht zuletzt im Süden am besten bestätigt. Fotos mit Babylamas, Frauen mit bunten Kleidern und Panflötenstimmung in mitten der Anden lässt sich tatsächlich am besten in den Tourismusgebieten wie Cusco, Machu Picchu oder am Titicacasee finden.

Aber genau wie Deutschland nicht nur aus Oktoberfest, Dirndl und Weißwurscht besteht, hat auch Peru einiges mehr zu bieten als die gängigen Klischees.

Um eine etwas andere Sichtweise auf Peru zu kriegen, lohnt sich eine Reise durch den Norden.

Im heutigen Gastbeitrag nimmt euch Anne von Going Vagabond also mit auf eine kleine Reise durch Perus Norden, von der Küste über die Anden bis in den Regenwald. Fertig? Wunderbar, vámonos!

Huanchaco und Trujillo

Trujillo liegt an der nördlichen Küste Perus und ist mit ca. 700 000 Einwohner eine der größten Städte des Landes.

Surfer in Huanchaco Peru Norden

Hier findet man ein hübsches centro, also eine nette Innenstadt, mit dem typisch peruanischen Plaza de Armas (dem Hauptplatz im Zentrum der Stadt) und hübschen Sträßchen mit kolonialen Bauten und tollen Balkons.

Nimmt man den Bus von Lima aus, so braucht man ca. 8 Stunden. Am bequemsten übersteht man das tatsächlich im Nachtbus.  Denn um ganz ehrlich zu sein: Die Landschaft um Trujillo rum ist jetzt nichts, was einen vom Hocker haut. Hier findet man vor allem Steinwüste, und es ist ziemlich trocken und staubig.

Trotzdem verbergen sich um Trujillo rum zahlreiche archäologische Städten der alten Prä-Inka-Kulturen Chimú und Moche. Man findet tolle erhaltene Tempel wie den Sonnen- und Mondtempel oder auch die noch recht neu entdeckte Ausgrabungsstätte „El Brujo“ (Der Hexer). Die Besuche lohnen sich sehr und es werden auch Führungen auf Englisch angeboten.

In Trujillo selbst gibt es einige sehr nette Restaurants mit günstigen Menús del Día, hier kann man gut die verschiedenen Klassiker der peruanischen Küche probieren, wie z.B. Ceviche.

Insgesamt bietet Trujillo wirklich eine gesunde Mischung aus authentischer peruanischer Nord-Stadt und komfortablen Malls mit Milka-Schokolade und Gouda-Käse wenn man ihn braucht.

Wer Trujillo für einige Tage besuchen will, dem empfehle ich ein Hostel am Strand von Huanchaco zu nehmen. Huanchaco ist eine kleine Stadt, ca. 30 Busminuten von Trujillo entfernt. Und irgendwie ticken die Uhren hier anders.Huanchaco Peru NordenHuanchaco Norden Peru

Eine entspannte Stimmung durchzieht dieses ganze Dorf, man kann wahlweise schick essen gehen oder auch am Straßenstand eine papa rellena kaufen, sich auf eine Mauer setzen und den Surfern beim Wellenreiten zuschauen. Am Abend versammeln sich Touris und Einheimische gleichermaßen am Strand um gemeinsam den Sonnenuntergang zu schauen. Hier verkaufen die Hippies Schmuck und es findet sich immer jemand der eine Gitarre dabei hat. Ich habe mich auf Anhieb in diese Stadt verliebt, so dass ich statt einem halben Jahr direkt 2 Jahre dort geblieben bin.

Huaraz

Huaraz liegt in den nördlichen peruanischen Anden und ist Ausgangsort für die verschiedensten Touren und Treks durch die wilde Andenlandschaft Perus. Eingebetten in die Cordillera Blanca (schneebedeckt) und Negra (kein Schnee) kommen hier Kletterer und Wanderer voll auf ihre Kosten.

Ich hatte das Gefühl, dass es deutlich untouristischer als Cusco ist, und die Preise für Touren dementsprechend niedriger waren.

Die Stadt selbst gewinnt nicht unbedingt einen Schönheitspreis, aber kann dafür mit einer wirklich einmaligen, unberührten Natur punkten. Hier empfehle ich auf jeden Fall ein paar Tage zu verbringen, mehrere Wanderungen oder auch Mehrtragestouren zu unternehmen.

Highlights in Huaraz sind unter anderem:

  • Der Huascarán, der höchste Berg Perus.
  • Verschiedenste Wanderungen über Pässe zu türkisen Lagunen, wie der Laguna Llanganuco, Laguna 69, Laguna Azul oder Laguna Chirup.

Achtung: Huaraz liegt schon wirklich hoch, und es verschlägt einem hier sprichwörtlich der Atem! Am besten immer ein paar Tage einplanen, um sich zu akklimatisieren. Selbst sportliche und trainierte Menschen stoßen hier aufgrund der Höhe schnell an ihre Grenzen.

Chachapoyas

Eine weitere nördliche Stadt, die meines Erachtens nach noch völlig unterbewertet wird ist zweifellos Chachapoyas.

Landschaftlich liegt sie wunderschön zwischen Anden und Regenwald, einer Landschaftsart die sich auch Nebelwald nennt. Allerdings trifft man hier nicht auf gruselige Tannenwälder und Hexenhäuschen, sondern befindet sich je nach Höhenlage immer in einem tollen Mix aus tropischem Regenwald und ganz schön frischer Bergluft. Schon ein paar wenige hundert Meter entscheiden hier über ein ganz unterschiedliches Klima.

Highlights in Chachapoyas sind z.B.:

  • Catarata de Gocta: der dritthöchste, bis vor 10 Jahren noch unentdeckte Wasserfall. Hier kann man traumhafte Wanderungen hinmachen und trifft dabei kaum eine Menschenseele.
  • Kueláp, aka. Machu Picchu II: Absolut sehenswerte Ruinenstadt hoch über den Wolken und damalige Festung der Nebelkrieger oder auch „Wolkenmenschen“. Längst nicht so überfüllt wie Machu Picchu und wirklich ein magical place.
  • Karajía und Revash sind alte Ausgrabungsstätten und bieten Fundstücke und Relikte (auch Mumien!) der alten Chachapoyas-Kultur.

Chachapoyas Peru NordenPeru Norden ChachapoyasMoyobamba

Norden Peru MoyobambaMoyobamba hatte ich bei meiner Reiseplanung für Peru zunächst gar nicht auf dem Schirm und hier verirren sich auch nicht allzu viele Backpacker hin. Wir waren die einzigen Nicht-Peruaner und waren eine kleine Attraktion dort.

Hier findet man tolle Wasserfälle und die Baños Termales de San Mateo, heiße Quellen und rundrum Dschungel.

Außerdem kann man mit dem Mototaxi zur Waqanki-Orchideen-Farm fahren. Hier läuft man durch einen wunderschönen Garten voller verschiedener bunter Pflanzen, bis man zu einem Kolibri-Aussichtspunkt kommt, wo man Kolibris ohne Ende beobachten kann wie sie um die kleinen Blumen und Zuckerflaschen rumsummen.

Apropos Orchideen und Kolibris: Irgendwie scheinen die das Wahrzeichen der Gegend zu sein und man findet Orchideen (Blumen, Statuen, Malereien) einfach überall.

Moyobamba Peru Norden

Iquitos

Iquitos ist die größte Stadt der Welt, die nicht auf dem Landweg zu erreichen ist. Hier kommt man nur mit dem Schiff (ca. 3 Tage an Bord eines Frachters) oder dem Flugzeug hin.

Die Schiffsfahrt ist eine ziemlich coole Erfahrung, da man 3 Tage an Bord mit Menschen, Tieren, Mototaxis, Nahrungsmitteln und auch sonst Millionen von Kisten auf einem Frachter über den Amazonas schippert. Man schläft in Hängematten und hat eigentlich nicht viel zu tun, außer ab und an zu beobachten wie das Boot wieder an kleinen Dörfern am Ufer anlegt und Sachen an und abgeladen werden. Wirklich eine absolut einmalige Erfahrung!

Iquitos Peru NordenIquitos selbst ist irgendwie eine abgedrehte Stadt. Hier gibt es verrückte Läden mit mysteriösen Zaubertränken (von „Liebestränken“ über „Anti-Eifersuchts-Tränken“, zu Wurzeln mit heilenden Kräften gegen Krebs, Aids und auch sonst alle Übel der Welt).

Insgesamt sind die Produkte hier etwas teurer als anderswo, schließlich haben die meistens schon eine recht lange Fahrt hinter sich.

In Iquitos sollte man unbedingt zum Malecón gehen und mit ein paar leckeren Drinks und lustigen Hippies abfeiern. Wer auf exotisches Essen steht, der findet hier gebratenen Alligator oder Schildkrötensuppe.

Iquitos Norden PeruAuch das Viertel Belén sollte man gesehen haben. Es ist ein ziemlich armes und gefährliches Viertel, man sollte also überlegen, was man da mitnimmt und wo und mit wem man sich dort aufhält. In der Regenzeit ist dort alles überflutet und die Häuser stehen auf Stelzen oder schwimmen auf dem Wasser.

Wer noch mehr Natur erleben möchte und wirklich was vom Dschungel sehen will, der sollte eine mehrtägige Dschungeltour buchen.

Norden Peru Iquitos

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Hi, ich bin die Steffi: Reisende, Frischluftsüchtige, Bewegungsjunkie, Bergliebhaberin, Aussichten-Genießerin, Mama des Weltreisebabys und Autorin des Reiseblogs a daily travel mate. Der Reiseblog für große und kleine Aktiv-Reisende.

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