1o Mythen über das Reisen (und Leben) mit Baby

1o Mythen über das Reisen (und Leben) mit Baby

Warum heißt das Weltreisebaby eigentlich Weltreisebaby? Nicht, weil es mit uns schon den ganze Globus bereist hat. Nein. Am Ende unserer 11-monatigen Weltreise bin ich schwanger wieder in München gelandet. Wovon ich allerdings erstmal nichts wusste. Als die Tatsache dann offensichtlich wurde, war uns natürlich klar: Das Leben und das Reisen mit Baby wird sich mit Sicherheit von unserem bisherigen Leben und unseren bisherigen Reisen unterscheiden.

Wir waren allerdings guter Dinge. Reisen mit Baby? Sollte doch entspannt möglich sein, oder? Schließlich ist das Netz voll von Weltenbummler-Familien, die mit ihrem Nachwuchs vorne in der Trage und dem Backpack auf dem Rücken, um die Welt reisen. Oder der Klassiker: Elternzeitreise als Camping-Roadtrip mit Nachwuchs durch Neuseeland. Auf den Bildern: immer nur glückliche Babys und entspannte Eltern vor traumhafter Neuseeland-Kulisse.

Wie ist das Reisen mit Baby denn jetzt wirklich? Während unsere erste Reise mit dem 12 Wochen alten Weltreisebaby nach Südtirol noch eine Recht entspannte Angelegenheit war, wurden wir während unseres Camping-Roadtrips mit VW Bus durch Italien und Frankreich und einem fünf Monate alten Baby ein ganz klein wenig desillusioniert.

Camping Roadtrip mit Baby

Ein Camping Roadtrip mit Baby. Nicht immer eine entspannte Angelegenheit.

Wir kamen an unsere Grenzen. Und zweifelten an uns. Wir sind doch super reiseerfahren. Warum klappt das mit Baby jetzt nicht mehr? Warum war die Zeit so stressig, dass wir in naher Zukunft keinen Camping-Roadtrip mit Nachwuchs mehr machen werden? Wir wären doch so gerne die super Eltern, die mit ihrem Baby um die Welt reisen. Immer entspannt. Immer locker. Immer gut drauf.

Vor der Reise mit Baby haben wir natürlich viel gelesen und erzählt bekommen. Dabei hörten wir wohl nur das, was wir hören wollten. Wir haben uns ganz naiv darauf verlassen, dass unser Baby nur positive Reiseeigenschaften an den Tag legen wird: Unser Baby wird viel, überall und immer gut schlafen, es wird das Autofahren lieben und natürlich immer entspannt sein. Ja. Schon da hätten wir ein klein wenig stutzig werden sollen.

Im Folgenden habe ich meine 10 Mythen über das Reisen (und Leben) mit Baby aufgelistet.

Die Zusammenstellung soll Dir helfen, dass Du das Reisen mit Baby nicht mit falschen Vorstellungen startest und entsprechend planen kannst.

Liebe Eltern, um kritischen Kommentaren vorzubeugen, möchte ich kurz folgendes klarstellen: Ich liebe das Weltreisekind über alles. Wir hatten während unserer bisherigen Reisen eine tolle Zeit als Familie, die uns wirklich zusammengeschweißt hat. Trotzdem ist nicht immer alles „Zucker“ mit einem Baby. Das muss man auch mal sagen dürfen. Und ja: Die folgenden Punkte sind teilweise überspitzt dargestellt.
Viel Spaß beim Lesen.

1. Reisen mit Baby: Entspannte Eltern gleich entspannte Kinder

Diesen Spruch haben wir vor der Geburt des Weltreisebabys mehr als einmal gehört. Und auch danach noch: „Ihr macht ja einen ganz entspannten Eindruck.“ Wirklich? Am liebsten würde ich mich gerade schreiend in eine Ecke werfen, um ein wenig Frust abzulassen. Denn all unsere Entspanntheit scheint sich einfach nicht auf das Baby übertragen zu wollen.

Das Weltreisebaby hat es vor allem gehasst, hingelegt zu werden. Kurz ablegen, um sich selbst Jacke und Schuhe anzuziehen? Die Wickeltasche neu packen? Irgendetwas im Haushalt erledigen? Nein danke. Sie hat es gehasst auf dem Rücken zu liegen wie ein Käfer, die Ärmchen und Beinchen zappelnd in der Luft – so betrachtet kann man das auch wieder verstehen, dass dies kein schöner Zustand ist. Und dies hat sie sehr, sehr lautstark mitgeteilt. Auch schlafend war es übrigens unmöglich unser Baby abzulegen. Sie ist sofort wieder aufgewacht.

Ich habe allerdings schon Eltern um Babys herumflitzen sehen, völlig entnervt, alles hektisch zusammenpackend und den Stress auch noch lautstark mitteilend. Und das Baby: Seelenruhig mittendrin. Glücklich auf dem Rücken liegend die Welt um sich herum beobachtend. Ja, so kann es sein. Muss es aber nicht.

Versuche trotzdem irgendwie entspannt zu bleiben. Das ist der Laune des Babys sicherlich nicht abträglich. Ja ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Aber Du bist nicht alleine, wenn Dich Dein Baby den letzten Nerv kostet und Du doch so gerne die entspannte Mutter mit tiefenentspanntem Baby wärst.

Im Alltag und auf Reisen, denke daran: Jedes Baby ist anders und es ist okay, wenn Dir auch mal alles zu viel wird.

Reisen mit Baby Entspannte Eltern

Entspannte Eltern gleich entspannte Babys? Nicht immer.

Meine Retter in der Not: Diese Babytrage* und ab dem 5ten Monat diese Babywippe*. Auch wenn Du mit der Trage nicht alles erledigen kannst, so hast Du zumindest beide Hände frei. Die Wippe hat unser Baby geliebt. Endlich konnte sie sehen, was da so passiert. Und zwar nicht aus der gehassten Bodenperspektive.

Reisen mit Baby praktische Babywippe

Das Weltreisebaby in seiner geliebten Babywippe

2. Reisen mit Baby: Alle Babys lieben das Autofahren

Von dieser Vorstellung solltest Du Dich möglichst schnell befreien. Du darfst die Hoffnung haben, ja. Aber es stimmt ganz und gar nicht, dass ausnahmslos ALLE Babys das Autofahren lieben und dabei immer selig schlummern.

Derzeit geistert ja dieser „Roadtrip-mit-Baby-während-der-Elternzeit-ist-das-beste-überhaupt“ Mythos im Netz und in ganz vielen Köpfen umher. Wir waren da natürlich keine Ausnahme. So ein Camping-Roadtrip mit Baby ist ja auch super praktisch.

  • Du hast immer alles in Deinem fahrenden Zuhause dabei.
  • Du kannst anhalten, wenn das Baby keine Lust mehr hat.
  • Du kannst auf einem tollen Campingplatz die Natur genießen, während das Baby friedlich im Camper schlummert.

Wahrscheinlich merkst Du es bereits: Da muss irgendwo ein Hacken sein.

Unser Hauptproblem: Das Weltreisebaby hasste Autofahren. Mittlerweile ist es schon sehr viel besser. Allerdings ist sie jetzt auch kein Baby mehr. Erst so um den 11ten Monat rum hat das mit dem Schlafen in der Autobabyschale funktioniert. Davor war ganz, ganz viel Geschrei. Ab und zu ist sie im Auto natürlich doch eingeschlafen. Auf die Minute genau eine halbe Stunde. Und dann war da wieder genug Energie zum Schreien für knapp zwei Stunden. Du kannst Dir jetzt vorstellen, dass ein entspannter Roadtrip anders aussieht. Wir haben übrigens viel Zeit auf nicht wirklich idyllische Autobahnraststätten verbracht und ganz viel Zeit im Camper bei der Schlafbegleitung.

Reisen mit Baby schlafendes Baby

Das Baby schläft in der Autobabyschlafe – Ein eher seltener Anblick für uns

Deswegen: Viele Babys lieben das Autofahren – aber eben nicht alle.

Wir haben übrigens recht spät nochmals die Babyschale gewechselt. Ich weiß nicht, ob das der Grund für das plötzliche Einschlafen im Auto war, oder ob es ab diesem Zeitpunkt auch so funktioniert hätte. Unsere neue Babyschale war die Kiddy Evolution Pro 2*, die auch für „Used in Aircraft“ zertifiziert ist und die ich Dir uneingeschränkt empfehlen kann.

3. Reisen mit Baby: Babys schlafen gerne und überall im Kinderwagen

Vor der Geburt des Weltreisebabys waren sie überall: Die kinderwagenschiebenden Mamis bzw. Eltern. Deren Babys friedlich im Kinderwagen schlummerten. Und auch im Café habe ich sie beobachtet. Beim Abendessen im Restaurant. Buch lesend an der Isar. Überall.

Was habe ich mich gefreut. Auf einen Sommer, an dem ich die meiste Zeit in den Isarauen unterwegs sein werde. Ein Buch lesen, entspannen, Kaffee trinken und mit anderen Mamis plauschen. Das Baby: zufrieden schlafend im Kinderwagen.

Gar nicht aufgefallen sind mir natürlich die ganzen Tragemamis. Ich war ganz, ganz schnell eine davon. Ich musste tragen. Den kompletten Tag. Mein Baby wollte nur auf oder an mir schlafen bzw. sein. (Bitte verschont mich mit Kommentaren, wie schön das doch sei und wie wichtig für das Baby. Ich habe das Baby getragen. Immer. Aber das ausnahmslos „schön“ zu finden? Müsst ihr denn nichts kochen, essen, aufs Klo gehen oder euch einfach mal hinsetzen und ausruhen?)

Reisen mit Baby und Babytrage

Ohne die Babytrage sind wir nie aus dem Haus gegangen

Nix mit im Café sitzen oder abends im Restaurant essen gehen. Auf das Reisen bezogen bedeutete das: Auf der Liege oder am Strand in der Sonne ein Buch lesen, die Tapasbar um die Ecke unsicher machen, mal kurz durchatmen und Zeit für sich bzw. für den Partner zu haben, während das Baby im Kinderwagen oder auf einer Decke schläft? Fehlanzeige. Welcher Typ Dein Baby ist und wie sich das auf Dein Leben und Deine Reisen auswirkt, wirst Du nach Geburt wahrscheinlich recht schnell merken.

Reisen mit Baby Kaffeepause

Kaffeepause – Unser Baby: Immer hellwach mit dabei

Reisen mit Baby am Pool

Abhängen am Pool. Unser Baby: Immer hellwach mit dabei

Nach unserem etwas chaotischen Camping-Roadtrip sind wir übrigens komplett auf Wanderurlaube umgestiegen. Das Baby liebt es getragen zu werden und beim Wandern machen wir ja quasi nichts anderes als durch die Gegend bzw. die Berge zu laufen. Perfekt für uns und unser nicht kinderwagenkompatibles Baby.

Reisen mit Baby Wanderurlaub Mallorca

Unser Wanderurlaub auf Mallorca – Alle glücklich!

Während unserer ersten Elternzeitreise hatten wir außerdem keinen Kinderwagen dabei. Warum auch?

Reisen mit Baby und Kinderwagen

Ein leerer Kinderwagen – Bei uns quasi die Regel

Sollte Dein Baby ein Tragebaby sein, lohnt die Investition in eine gute Babytrage. Experten gibt es viele. Lass Dich beraten und probiere aus, welche Trage für Dich am besten ist. Wir hatten eine Manduca* und waren sehr zufrieden damit.

4. Reisen mit Baby: Flugreisen sind einfacher, je jünger die Kinder sind

Diese Aussage habe ich nun schon mehrfach gelesen. Gut. Ich weiß es natürlich noch nicht besser. Die Autonomiephase (auch bekannt als die sog. Trotzphase) steht uns noch bevor.

Zu behaupten, dass Flugreisen mit Baby einfach sind, finde ich allerdings weit aus dem Fenster gelehnt, denn – und ich kann es immer wieder nur betonen – jedes Baby ist anders. Ja. Es gibt sie: Die Babys, die gefühlt einen kompletten 12h Flug durchschlafen. Ein bisschen stillen, wiegen und schon schläft der Sonnenschein wieder. Das sind übrigens auch die Babys, die Du wahrscheinlich schon überwiegend selbst im Flugzeug beobachten konntest.

Fliegen funktioniert allerdings nicht mit jedem Baby so einfach. Ich hätte mir das mit dem Weltreisebaby nie im Leben zugetraut bzw. angetan. So gerne ich gewollt hätte. Schlafen im Kinderwagen oder in der Autobabyschale war nichts für sie. Einfach abschalten und den Kopf auf meine Schulter legen, wenn sie müde und ihr alles zu viel wurde: Nicht so ihr Ding. Sie brauchte einfach Ruhe zum Einschlafen. Selbst in der Trage hatte sie ihre liebe Not, wenn drumherum viel los war. Für alle noch nicht Eltern bedeutet „ihre liebe Not“ übersetzt: Viel, viel Geschrei eines völlig übermüdeten Babys.

Aus diesem Grund bin ich mit dem Weltreisebaby nicht geflogen. Dafür ist sie einfach nicht der Typ. Und meine Nerven wirklich nicht stark genug. Deswegen: Mach Dir keinen Kopf, wenn Du Dir eine Flugreise mit Baby nicht zutraust. Für uns war es die beste Entscheidung zu warten, bis sie ein Jahr alt war. Dieser erste Flug verlief dann zum Glück sehr entspannt.

Reisen und Fliegen mit Baby

Unsere erste Flugreise mit 12 Monate altem Baby

5. Reisen mit Baby: Babys in anderen Ländern müssen auch etwas essen

Klar, dass ist natürlich kein Mythos. Babys in anderen Ländern müssen auch essen. Du ahnst es wahrscheinlich schon: Es geht um das Thema Beikost.

Reisen mit Baby Beikost Einführung

Beikost Einführung auf Reisen – Hauptsache mit Karotte, dann schmeckt es dem Baby

Vor unserem Elternzeitroadtrip hatten wir gerade mit der Beikost angefangen. Ein Thema, das ganze Bücher füllt und mich als frischgebackene Mami, die natürlich alles richtigmachen möchte, ab und zu ein wenig zur Verzweiflung gebracht hat. Recht groß auch meine Unsicherheit vor der Reise mit Baby. Wollte ich doch den Brei komplett selbst kochen. Allerdings bin ich Realist und mir war schon klar, dass ich das auf der Reise sicher nicht durchziehen werde.

Die Frage nach dem Angebot an Breigläschen im Ausland wurde mir dann in diversen Facebook-Gruppen so beantwortet: „Babys in anderen Ländern müssen schließlich auch etwas essen. Du wirst schon passende Gläschen finden.“ Und immer wieder lese ich diese Antwort, wenn ängstliche Mamas vor einer Reise Infos zu diesem Thema suchen.

Ich hatte mich mit einem großen Vorrat an Gläschen von der Marke meines Vertrauens eingedeckt. Brei für sechs Wochen mitzunehmen, war dann allerdings doch zu viel des Guten. Und das Weltreisebaby hat einen ordentlichen Appetit an den Tag gelegt, so dass der Vorrat bald erschöpft war.

Dann hieß es also: Brei kaufen gehen. Schließlich müssen die Babys in anderen Ländern auch etwas essen. Schon mal versucht im ländlichen Italien Babygläschen zu kaufen? Oder in Frankreich? Von dem Pulver für den Getreide- oder Milchbrei einmal ganz zu schweigen. Ich sag es mal so: andere Länder – andere Sitten. Zucker, Salz, Pferdefleisch und noch weitere Kuriositäten, die das Thema Beikost plötzlich wieder ziemlich schwierig gemacht haben. Ganz so einfach ist es dann eben doch nicht. Diese Info einfach mal im Hinterkopf behalten, falls Du eine längere Reise mit Baby planst, die genau in die Beikost Einführung fällt.

Reisen mit Baby Thema Beikost

Lecker. Oder ist der Fuß doch interessanter?

6. Reisen mit Baby: Reise lieber, wenn Dein Baby noch nicht mobil ist

Wann ist eigentlich die richtige Zeit für eine Reise mit dem neuen Erdenbürger? Das ist eine ganz knifflige Frage. Denn das hängt meines Erachtens sehr, sehr stark vom Charakter Deines Babys ab.

Wir haben sehr häufig den Tipp bekommen, zu reisen, wenn das Baby noch nicht mobil ist. Sie können noch nicht wegkrabbeln und man muss nicht ständig schauen, dass sie etwas „anstellen“. Dieser Umstand macht das Reisen mit immobilem Baby recht entspannt. Ja. Das klang auch in meinen Ohren zunächst sehr sinnvoll.

Für unser Baby kann ich das nicht bestätigen. Das Weltreisebaby hat es gehasst, abgelegt zu werden und noch nicht mobil zu sein. Ihre Laune wurde ganz leicht besser, als sie sich selbst auf den Bauch drehen und den Kopf eine gute halbe Stunde heben konnte. Ansonsten mussten wir sie entweder rumtragen oder bei ihr auf der Krabbeldecke liegen. Sich selbst auf der Krabbeldecke beschäftigen war nicht so ihr Ding.

Einzig und allein diese Babywippe* hat unterwegs viele Mittag- und Abendessen gerettet und gab uns während unseres Campingroadtrips die Möglichkeit, gemeinsam den Camper für die Weiterfahrt startklar zu machen.

Reisen mit Baby Spielen auf der Krabbeldecke

Die Krabbeldecke – Spielen mit Papa

Reisen mit Baby und Babywippe

Die geliebte Babywippe

Seit sie krabbeln kann, ist sie ein völlig anderes – viel entspannteres – Kind. Selbst entdecken, das macht ihr Spaß. Das Gute: Trotz ihrer Neugier ist sie unglaublich vorsichtig. Das ist natürlich sehr praktisch für uns. Wir konnten uns bisher darauf verlassen, dass sie nicht einfach loskrabbelt und sich außerhalb unseres Sichtfeldes in gefährliche Situationen bringt. Deswegen war unser Urlaub auf Mallorca einfach nur toll. Da war das Weltreisebaby genau ein Jahr alt. Während der eine noch das Frühstücksgeschirr weggeräumt hat, hat der andere schonmal die Wandersachen gepackt. Und das Weltreisekind hat sich fröhlich mit einer Schüssel Visitenkarten beschäftigt. So entspannt ist sie erst, seit sie krabbeln kann.

Ich weiß, dass es Babys gibt, die quasi nicht mehr zu halten sind, sobald sie mobil werden. In diesem Fall ist eine Reise mit immobilem Baby wahrscheinlich entspannter. Bei uns war es genau umgekehrt.

7. Reisen mit Baby: Beim Reisen mit Baby ändert sich quasi nichts

Diese Aussage habe ich wirklich schon gehört. Denn die Babys schlafen ja noch viel und überall usw. (siehe die oben beschriebenen Punkte). Da frage ich mich automatisch: Seid ihr noch nie ohne Baby gereist? Ist euer Baby megaentspannt? Und typisch ich: Ich glaube, ich mache etwas falsch.

Reisen mit Baby Sonne genießen

Mit schlafendem Tragebaby denn eben im Stehen die Sonne genießen

Es kommt natürlich immer darauf an, wie Du früher gereist bist und was Dir dabei wichtig war. Ich finde, seit das Baby da ist, hat sich ALLES geändert. Das komplette Leben und das Reisen – auch positiv. Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Ein Baby ist natürlich eine unglaubliche Bereicherung. Wie das Reisen mit Baby wirklich ist? Dem Thema werde ich in demnächst wohl einen eigenen Blogartikel widmen müssen.

Das sich aber quasi nichts ändert mit Baby? Dem muss ich absolut wiedersprechen! Wir haben ein wenig gebraucht uns in das Reisen mit Baby einzufinden, auf vieles verzichtet und uns dieses Jahr einfach komplett auf Wanderurlaube fokussiert. Das hat für uns alle einfach am besten gepasst.

Wandern mit Baby Südtirol

Wanderurlaub mit Baby – Genau unser Ding

8. Babys können kostenlos sicher fliegen

„Wie jetzt? Babys fliegend doch kostenlos bis sie zwei Jahre alt sind?“, denkst Du jetzt wahrscheinlich. Genau, das können sie. Wenn Du die Überschrift allerdings richtig liest, dann steht da das recht kleine und unscheinbare Wort „sicher“. Und wirklich sicher ist ein Flug für ein Baby nur – und wirklich nur – wenn sie einen eigenen Sitzplatz haben und in einer Babyschale oder einem Kindersitz gesichert sind, der für die Mitnahme im Flugzeug zugelassen ist.

Da gibt es nichts zu diskutieren. Oder schön zu reden. Aber wer bin ich schon, dass ich so eine Aussage treffen kann? Ich sag’s mal so: eine Mami mit Flugangst, die wirklich sehr, sehr viel zu dem Thema gelesen hat. Für mehr Fakten und für alle Aber…, die Dir dazu einfallen, empfehle ich Dir die folgenden beiden Blogpartikel und ein kleines, aber wirklich erschreckendes Video. Vorsicht: Der Traum vom kostenlos fliegenden Baby könnte damit allerdings platzen.

Wir sind einmal mit dem Weltreisebaby nach Mallorca und einmal nach Irland geflogen. Dabei hatten wir die Babyschale Kiddy Evolution Pro 2*. Es hat beide Male problemlos funktioniert und wir sind alle sicher geflogen.

Sicher fliegen mit Babyschale

Sicher fliegen mit Babyschale

9. Reisen mit Baby: Neuseeland? Eine Weltreise? Zwei Monate am Stück reisen? Das mache ich in der Elternzeit.

Eine Elternzeitreise, sprich die gemeinsame freie Zeit mit dem Baby zum Reisen zu nutzen, kommt immer mehr in Mode. Gut so. Es gibt viele gute Gründe, diese Zeit zum Reisen zu nutzen.

Wenn Du allerdings den Traum von einer längeren Reise in Dir trägst und noch kein Kind hast oder nicht schwanger bist, dann warte verdammt nochmal nicht auf Dein Baby, um Deinen Reisetraum zu erfüllen.

Erstens: Das mit den Babys und der Planung ist nämlich immer so eine Sache. Scheinbar funktioniert es bei den Anderen immer gleich auf Anhieb. Bei Dir nicht? Dann bist Du eben nicht entspannt genug. Ja klar. Bla, bla. Ich sag es mal so: Hätte das mit dem Baby wie geplant funktioniert, dann wäre es nie zu unserer Weltreise gekommen. Alles hat einen Grund und seine Zeit. Aber man kann sich das eben nicht immer aussuchen.

Zweitens: Dieser Elternzeitreise haftet eine gewisse Romantik an. Reisen mit Baby geht. Klar. Und ist eine fantastische Zeit, die die neue Familie miteinander verbringen kann. Das Reisen mit Baby unterscheidet sich – zumindest bei uns – doch sehr von unseren früheren Reisen. Zwischen der romantischen Reisevorstellung mit Baby und der Realität liegen dann doch häufig Welten.

Du willst eine längere Reise machen: Dann warte nicht auf das Baby. Es gibt genügend richtig tolle Blogs bzw. Reisende da draußen, die vormachen, wie es geht.

Reisen – Mit und ohne Baby einfach genial

10. Reisen mit Baby: Packen für ein Baby ist stressig

Okay, okay. Dass das Packen jetzt völlig entspannt ist, ist natürlich auch nicht die ganze Wahrheit. Vor dem ersten Urlaub mit dem Weltreisekind nach Südtirol war ich schon ganz schön im Packstress. Was braucht das kleine Ding denn eigentlich alles? Lieber noch zehn Bodys mehr mitnehmen – nur zur Sicherheit. Und Spielzeug. Ganz wichtig. Und, und, und.

Mit ein wenig mehr Übung wurde ich aber immer besser. Und jetzt ist es ein Leichtes, für das Weltreisebaby zu packen. Das mag aber auch daran liegen, dass wir keine Fans von zu vielen Dingen sind. Das Kind hat nicht zu viele Kleider, aus denen ich auswählen könnte und auch nicht zu viele Spielsachen. Wir stecken unser Geld lieber in Erlebnisse statt in Dinge. Was ich eigentlich sagen will? Packen für das Baby ist mit ein klein wenig Routine wirklich nicht schwer und sollte Dich nicht von einer längeren Reise mit dem Nachwuchs abhalten. 


Das Reisen mit Baby ist wundervoll. Das steht hier außer Frage. Und ich liebe das Weltreisekind natürlich über alles. Beim Reisen mit Baby ist aber eben nicht alles „Zucker“, wie einem Social Media und Co. häufig suggerieren.

Jedes, wirklich jedes Baby ist anders. Die obigen 10 Mythen dürften Dir dabei helfen, nicht mit falschen Vorstellungen in die erste Reise mit Baby zu starten.

  • Dein Baby erweist sich nicht in jeder Hinsicht als reisetauglich?
  • Du traust es Dir nicht zu Deine Komfortzone mit Deinem Baby zu verlassen?
  • Obwohl Du Dir das Reisen mit Baby doch so einfach und entspannt ausgemalt hast?

Du bist nicht alleine. Und es gibt keinen Grund, das nicht anzusprechen. In diesem Sinne: Happy Family Travels.

Und jetzt bist Du dran: Was sind Deine Reiseerfahrungen mit Baby? Was lief vielleicht überhaupt nicht so, wie Du es Dir vorgestellt hast?


Ganz viel Reiseerfahrung mit Baby von anderen Bloggern gibt es in meiner Interview-Reihe: Reisen mit Baby.

Interview-Reihe Reisen mit Baby


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Author

Hi, ich bin die Steffi: Reisende, Frischluftsüchtige, Bewegungsjunkie, Bergliebhaberin, Aussichten-Genießerin, Mama des Weltreisebabys und Autorin des Reiseblogs a daily travel mate. Der Reiseblog für große und kleine Aktiv-Reisende.

9 comments

  • Liebe Steffi,
    wenn ich das so lese, wird mir wieder bewusst, was für ein perfektes Reise-Baby ich hatte! Meiner liebte Autofahren und Fliegen un Kinderwagen (und jede andere Art der Fortbewegung) von Anfang an. Sonst hätte ich wohl nie den 5 Wochen Roadtrip nach Italien allein mit dem 5 Monate alten Baby geschafft. In Kuba hat er im Kinderwagen am Strand geschlafen, während ich meine Runden im Meer hin und her geschwommen bin. Und über die Sicherheit beim Fliegen habe ich mir damals überhaupt keinen Kopf gemacht. Deshalb ist mein Baby kostenlos geflogen und hat einfach auf meinem Schoß geschlafen. Das würde ich mit meinem heutigen Wissen nie mehr machen. Nur das Essen war bei uns auch ein Problem, weil er einfach nichts mochte, was er nicht kannte. Dann gabs eben Reis mit Banane …
    Liebe Grüße
    Gela

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    • Liebe Gela,
      das ist doch fantastisch. Freut mich, dass Dein Baby Dir diese Möglichkeiten eingeräumt hat. Ich habe mich mit meinem gerade mal mit sechs Monaten in den ersten „Mama-Baby-Kurs“ getraut. Anschließend sind wir dann allerdings auch viel durch Deutschland gefahren ohne den Papa. In erster Linie mit dem Zug. Hinten der Rucksack und vorne das Baby. Die 10 Stunden Zugfahrt von München nach Stralsund haben mich dann wahrscheinlich ziemlich abgehärtet. Danach war alles mehr oder weniger „einfach“.

      Reply
  • Na endlich! Danke, Steffi. Ich freue mich über jeden Artikel, der das Reisen mit Baby nicht mit der rosa-roten Brille betrachtet 🙂 Das Reisen mit einem Baby oder Kleinkind ist schön, keine Frage, anders sowie, aber eben auch anstrengend. Gejubelt habe ich schon bei deinem ersten Punkt: Ich hasse diesen Klugscheißersatz! Der impliziert einfach, dass man etwas falsch macht, wenn das Kind nicht entspannt ist. Wenn Entspannung ansteckend wäre, wären die Yoga-Lehrer die Retter unserer Erde. Beim Thema Beikost hatten wir Glück: Beide Babys haben alles brav gegessen. Wobei du natürlich Recht hast, dass man in anderen Ländern gut suchen muss, da die Regale oft mit Zuckerbomben gefüllt sind. Wir haben außerdem schon, bevor der heimische Vorrat aufgebraucht war, örtliche Gläschen gekauft, so dass wir wechseln konnten zwischen Altbekanntem und Neuem. Hat sich bewährt. Mittlerweile ist unsere Große aber im Trotzalter und isst plötzlich (fast) nichts mehr außer Nudeln. Pur oder bestenfalls mit Parmesan. Ich könnte explodieren! Hilft nur nicht.
    Viel Spaß bei euren weiteren Reisen! Und immer schön flexibel bleiben, denn unsere Reise-Kids lassen sich immer wieder neue Vorlieben oder Antipathien einfallen 🙂
    Liebe Grüße, Nicole

    Reply
    • Liebe Nicole,
      freut mich, dass Dir mein Blogbeitrag gefällt. Der Klugscheißersatz kommt meist von den Kinderlosen, die sich nicht vorstellen können, dass so ein Baby direkt ab Tag 1, ach was, aber der ersten Sekunde, einen ganz eigenen Charakter hat.
      Thema Beikost: Wir haben immer versucht alle Gläschen mit Karotte zu mischen. Dann ging es meist schon. Aber mir hat die Maus ab und zu echt leidgetan. Sie ist nämlich ein guter Esser. Aber manches Gläschen ging echt gar nicht. Irgendwie war ich auch ziemlich unflexibel im Sinne von: Wieder mit stillen anfangen? Nein danke. Das würde ich dann eventuell beim nächsten Kind anders machen.
      Ach das Trotzalter. Graut mir schon bissl davor. Unser Kind hat einen krass starken Willen. Nudeln mit Parmesan? Gibt es hier auch schon ab und zu 😉
      Liebe Grüße
      Steffi

      Reply
      • Huhu,
        den Satz lese ich oft von viel bzw. ständig reisenden Familien. Wahrscheinlich sind deren Kinder besonders pflegeleicht, keine Ahnung. Mich ärgert dabei schon etwas die Arroganz, denn genau wie du sagst, haben alle Kinder ihren eigenen Charakter und Willen, unterschiedlich stark ausgeprägt. Eine solche Pauschalaussage ist einfach dumm. Bin gespannt, ob das nun jemand liest, der mit diesem Satz durch die Welt spaziert, und mir nun Haue androht 😀
        Das Trotzalter kann ich gerade nicht schön reden, aber ich lebe noch, und am Ende werden wie so oft die negativen Erinnerungen verblassen. Oder als fiese Geschichte am 18. Geburtstag serviert 😀
        Liebe Grüße, Nicole

        Reply
        • Hey,
          ich werde dich beschützen, wenn dir jemand drohen sollte. Sag Bescheid! Ich wundere mich eh, dass mir noch niemand den Artikel um die Ohren gehauen hat. Ganz nach dem Motto: Da hätte ich wohl kein Kind bekommen sollen….
          Ich habe schon ein wenig Bammel vor dem Trotzalter bzw. meine ich bereits erste Anzeichen bei meiner 1,5 Jahre alten Tochter zu erkennen. Aber nach der Trotzphase ist vor der Pubertät 😉 Das kann ja heiter werden, deswegen: nie den Humor verlieren.
          LG Steffi

  • Herrlich! Danke für diese ironische Betrachtung, ich habe ein paar mal laut lachen müssen. Und das, obwohl einige dieser Klischees auf uns und unser Reise-Baby tatsächlich zutrafen. Z.b. wurde sie exakt mit unserer Ankunft in Neuseeland mobil und danach durfte man die neugierige Entdeckerin keine Sekunde mehr aus den Augen lassen…. Auf dem Rückflug krabbelte sie dann im Turbo-Tempo und ich bin den Stewardessen von Korean Air bis heute dankbar, dass sie nicht auf mein Kind getreten sind 😂😂 Trotzdem fanden wir unsere Elterzeitreise im Campervan toll – nachdem wir unseren anfänglichen Lagerkoller überstanden hatten. Den scheinen viele nach 1-2 Monaten mit Baby auf so engem Raum zu haben (nach allem was ich so höre und lese). Wir waren sieben Monate unterwegs und nachdem wir uns eingelebt hatten, hätten wir ewig so weiter reisen können. Hach. Seufz. Auch wenn ich diverse malerische Sonnenuntergänge nicht Wein trinkend vor dem Bus, sondern einschlafbegleitend darin verbrachte… 😝

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    • Oh wow. 7 Monate. Wie cool ist das denn bitte. In der Hinsicht ist unsere Maus recht „einfach“. Zwar super neugierig aber auch voll der Schisser. „Ganz die Mama“, würde mein Mann jetzt sagen.
      Ich glaube bei uns war ein wenig das Problem, dass wir bisher nur eine Campervan-Reise gemacht haben. Und das war in Neuseeland. Und irgendwie wollten wir dieses „Gefühl“ wiederhaben. Da war wahrscheinlich ein wenig naiv. Dieses Jahr sind wir dann einfach gewandert und gewandert und gewandert. Auch unser Ding und wir hatten alle eine fantastische Zeit.

      Reply
  • Liebe Steffi,
    welch wahren Worte. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Zunächst der wichtigste Satz im ganzen Text: Jedes Kind ist unterschiedlich. Oh ja! Man sollte nichts pauschalisieren und auch nicht von sich auf andere schließen – das ist eines der wichtigsten Dinge, die ich mit Kind gelernt habe. Man bekommt ja sein „neues“ Umfeld mit und da sind die Babys wirklich so unterschiedlich, unterschiedlicher könnten sie kaum sein.

    Wir hatten zum Glück nur die ersten Wochen die Situation, dass unsere Tochter sich nicht ablegen lassen wollte. Dafür liebte – und liebt sie heute noch – jegliche Art von Bewegung. Die Wippe und Manduca sind Gold wert, aber auch Kinderwagen und Autofahren sind super. Da sind wir uns bewusst, was wir für ein Glück mit haben! Den Kindersitz haben wir übrigens auch, ist wirklich super! Wobei man sagen muss, inzwischen müssen wir lange Fahrten genau planen, denn inzwischen schläft sie mit ihren fast 10 Monaten nicht mehr lange am Stück, so dass natürlich keine längeren Fahrten mehr drin sind. Unsere ist ebenfalls zufriedener, seitdem sie krabbelt – aber ebenso abenteuerlustig, daher muss ein Auge immer beim Kind sein.

    Zum Thema Essen habe ich in Skandinavien ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich hatte tatsächlich das ganze Tiefkühlfach voll Selbstgekochtem und diverse Gläschen mit, aber für 6 Wochen ist einfach zu viel. Im Norden gab es dann statt Möhre,Kartoffel und Co stattdessen Lasagne, Spaghetti Bolognese und diverse andere Dinge, die wir noch nicht wirklich auf dem Plan hatten. Obstgläschen gab es zum Beispiel gar nicht. Da musste man teils schon kreativ werden.

    Beim Reisen mit Baby ändert sich nichts? Darüber musste ich lachen 😀 Wer das sagt, ist wohl noch nie mit Baby gereist. Ebenso zum kostenlosen Fliegen gebe ich dir uneingeschränkt recht.

    Vielen Dank für den offen, ehrlichen und authentischen Erfahrungsbericht. Dieser hat mir allerdings auch wieder einmal mehr zu Augen geführt, wieviel unglaubliches Glück wir mit unserem reisebegeisterten Baby haben.

    Liebe Grüße,
    Tanja

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